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Was sind Terpene? Wirkung, Terpenprofile und medizinische Bedeutung von Cannabis-Terpenen

10 Min. Lesezeit
Darstellung von medizinischem Cannabis in der Schweiz mit Fokus auf Terpene und standardisierte Arzneimittelverpackung

Terpene prägen den Duft und Geschmack von Cannabis – und können gleichzeitig die medizinische Wirkung beeinflussen. Dieser Fachbeitrag erklärt kompakt und verständlich, was Terpene sind, wie sie im Körper wirken und welche Rolle sie in der modernen Cannabis-Therapie in der Schweiz spielen.

Einführung in die Welt der Terpene

Terpene sind flüchtige chemische Verbindungen, die eine wesentliche Rolle im Ökosystem der Pflanzen spielen. Sie sind geprägt durch ihre komplexe chemische Struktur und sind dabei für die charakteristischen Düfte und Aromen verantwortlich, die wir von vielen Pflanzen kennen. Ob es der holzige Duft eines Kiefernwaldes oder das blumige Aroma von Lavendel ist, Terpene sind jene kleinen architektonischen Wunder, die Pflanzen in der Natur einzigartig machen. Ihre Bedeutung geht jedoch weit über die Aromabildung hinaus.

Aus Sicht der modernen Medizin und insbesondere der Cannabis-Therapie werden Terpene zunehmend als fehlendes Puzzleteil verstanden, das erklärt, warum verschiedene Pflanzenextrakte trotz ähnlichem Gehalt an Hauptwirkstoffen wie THC und CBD so unterschiedlich wirken können. Sie beeinflussen, wie wir Gerüche wahrnehmen, wie sich Stimmungen verändern und wie bestimmte Pflanzenextrakte auf Schlaf, Schmerzen oder Entzündungen wirken. Gleichzeitig bilden Terpene eine Brücke zwischen traditionellem Pflanzenwissen – etwa aus der Aromatherapie – und der evidenzbasierten Medizin. Wer versteht, was Terpene sind, kann Cannabis-Sorten, ätherische Öle und pflanzliche Arzneimittel deutlich besser einordnen.

Terpene: Chemie und Biologie

Terpene gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und spielen eine zentrale Rolle bei der Interaktion einer Pflanze mit ihrer Umwelt. Chemisch gesehen bestehen sie meist aus Isoprenbausteinen, die in unterschiedlichen Strukturanordnungen vorkommen können. Diese Strukturen ermöglichen es den Terpenen, nicht nur als Blattparfüms zu dienen, sondern auch als biochemische Kommunikatoren in ökologischen Interaktionen.

  • Funktion: Pflanzenkommunikation und Abwehrmechanismen
  • Biologische Rolle: Schutz vor Pathogenen und Regulation des Mikroklimas

Hinter diesen kurzen Stichpunkten verbirgt sich ein komplexes Zusammenspiel. Terpene werden von Pflanzen oft dann besonders stark freigesetzt, wenn sie verletzt werden oder unter Stress stehen, zum Beispiel durch Trockenheit oder Insektenbefall. Der typische Duft eines Nadelwaldes nach einem Sommergewitter ist ein Beispiel dafür, wie hohe Terpenkonzentrationen die Luft regelrecht sättigen können. Für die Pflanze bedeutet dies Schutz: Bestimmte Insekten werden angelockt, um Fressfeinde zu vertreiben, andere werden gezielt abgewehrt. Gleichzeitig können Terpene die Temperatur an der Blattoberfläche beeinflussen und so das Mikroklima rund um die Pflanze regulieren. Im menschlichen Körper interagieren viele Terpene mit Rezeptoren, Ionenkanälen oder Enzymsystemen, was ihre potenziellen Effekte auf Stimmung, Entzündungsprozesse oder Schmerzempfinden erklärt. Damit werden sie zu einem relevanten Bindeglied zwischen Botanik, Ökologie und Medizin.

Aus chemischer Sicht werden Terpene nach der Anzahl ihrer Isopreneinheiten eingeteilt, etwa in Monoterpene (zwei Isopreneinheiten), Sesquiterpene (drei Isopreneinheiten) oder Diterpene (vier Isopreneinheiten). Diese Einteilung ist nicht nur für Fachleute interessant, sondern beeinflusst ganz praktisch, wie flüchtig ein Terpen ist, wie stark es riecht und wie es sich im Körper verteilt. Monoterpene sind meist sehr geruchsintensiv und leicht flüchtig, während schwerere Terpene langsamer verdampfen und länger an Oberflächen oder in Ölen gebunden bleiben. Für Cannabisblüten und -extrakte bedeutet dies, dass Lagerung, Temperatur und Verarbeitung einen grossen Einfluss darauf haben, welche Terpene im Endprodukt noch vorhanden sind.

Weshalb die Chemie der Terpene für Patientinnen und Patienten relevant ist

Die chemische Struktur eines Terpens bestimmt, wie es vom Körper aufgenommen, verteilt, verstoffwechselt und ausgeschieden wird. In der Praxis heisst das: Zwei Cannabisextrakte mit gleichem THC- und CBD-Gehalt können sich völlig unterschiedlich anfühlen, wenn sich ihre Terpenzusammensetzung unterscheidet. Für Menschen, die medizinisches Cannabis verwenden, kann dies erklären, warum eine Sorte beruhigend wirkt, eine andere aber eher aktivierend. Ärztinnen, Ärzte und Apotheken in der Schweiz beginnen deshalb zunehmend, neben dem Cannabinoidprofil auch das Terpenprofil bei der Auswahl und Dokumentation von Cannabisarzneimitteln zu berücksichtigen.

Vorkommen und Vielfalt von Terpenen

Terpene sind allgegenwärtig und finden sich in nahezu allen Pflanzen, besonders konzentriert in Blüten, Kräutern und bestimmten Früchten. Abhängig von der Pflanzenart unterscheiden sich die Terpenprofile erheblich, was die Forschung vor grosse Herausforderungen stellt. Die Natur produziert über 20'000 verschiedene Terpene, von denen ca. 200 in der Cannabispflanze nachgewiesen wurden. Ihre Funktion ist dabei nicht auf Pflanzen beschränkt. Terpene interagieren auch mit anderen Organismen wie Insekten und Mikroben.

Im Alltag begegnen wir Terpenen in vielfältiger Form: Der frische Duft einer aufgeschnittenen Orange, das würzige Aroma von Thymian in der Küche oder die beruhigende Note von Kamillentee werden massgeblich durch verschiedene Terpene geprägt. Viele traditionelle Heilpflanzen wie Melisse, Eukalyptus oder Pfefferminze verdanken ihre Anwendung in der Volksmedizin ebenfalls zu einem grossen Teil ihren Terpenen. In der Parfümerie und Lebensmittelindustrie werden Terpene gezielt eingesetzt, um bestimmte Duft- und Geschmacksprofile zu erzeugen oder zu verstärken. In der Medizin wiederum spielen standardisierte Terpenmischungen in der Aromatherapie, in Inhalationslösungen oder in topischen Präparaten eine Rolle. Für die Cannabis-Forschung ist spannend, dass zahlreiche dieser bekannten Terpene auch in der Cannabispflanze vorkommen und dort mit Cannabinoiden zusammenwirken.

Die enorme Vielfalt an Terpenen erklärt, weshalb Pflanzen derselben Art so unterschiedlich riechen können. Faktoren wie Genetik, Bodenqualität, Klima, Sonneneinstrahlung und Erntezeitpunkt bestimmen, welche Terpene in welcher Menge gebildet werden. Das gilt auch für Cannabis: Dieselbe Sorte kann je nach Anbau- und Trocknungsbedingungen ein anderes Terpenprofil ausbilden. In der Schweiz achten seriöse Produzenten und Apotheken deshalb zunehmend auf standardisierte Anbaubedingungen und kontrollierte Trocknungsprozesse, um stabile Terpenprofile zu gewährleisten. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies mehr Reproduzierbarkeit der Wirkung und eine bessere Nachvollziehbarkeit, wenn eine Sorte gut vertragen wird oder nicht.

Terpene in Cannabis: Was macht sie besonders?

Die Cannabispflanze zeichnet sich durch ein besonders reichhaltiges Terpenprofil aus. Diese Terpenvielfalt verleiht den verschiedenen Sorten nicht nur ihre charakteristischen Geschmacks- und Duftnoten, sondern könnte auch die medizinischen Eigenschaften potenzieren. Unter den Terpenen der Cannabispflanze sind Myrcen, Limonen, Caryophyllen, Linalool und Pinen am häufigsten vertreten.

Im Kontext von Cannabis werden Terpene häufig als „Aroma-Komponente“ beschrieben, tatsächlich geht ihr Einfluss aber deutlich weiter. Einerseits prägen sie die sensorische Erfahrung: Schon beim Öffnen eines Cannabisbehältnisses geben Geruch und erste Eindrücke wichtige Hinweise auf das Terpenprofil. Andererseits beeinflussen sie, wie Patientinnen und Patienten die Wirkung subjektiv erleben – etwa ob eine Sorte als eher „klar“, „beruhigend“, „fokussierend“ oder „schwer“ empfunden wird. In der medizinischen Anwendung kann dieses Zusammenspiel genutzt werden, um Cannabispräparate zielgerichteter einzusetzen. So werden bei Schlafstörungen zum Beispiel eher Sorten mit höheren Anteilen beruhigender Terpene wie Myrcen oder Linalool diskutiert, während bei Tagesanwendung aktivierendere Profile mit mehr Pinen oder Limonen in Frage kommen können. Wichtig ist jedoch, dass solche Überlegungen immer von einer ärztlichen Beurteilung begleitet werden und nicht als starre Regel verstanden werden.

Für die wissenschaftliche Einordnung ist zentral, dass Terpene im Cannabis nicht isoliert wirken. Sie interagieren mit Cannabinoiden wie THC, CBD, CBG oder CBN und möglicherweise auch mit weiteren pflanzlichen Inhaltsstoffen. Dieser komplexe Verbund wird als „chemisches Ensemble“ betrachtet. Analytische Labore in der Schweiz können heute nicht nur THC- und CBD-Gehalte bestimmen, sondern auch detaillierte Terpenprofile erstellen. Diese Informationen gewinnen in der ärztlichen Verschreibungspraxis zunehmend an Bedeutung, insbesondere bei Patientinnen und Patienten, die langfristig mit Cannabisarzneimitteln behandelt werden.

Medizinische Relevanz der Terpene

Terpene werden in der medizinischen Forschung zunehmend als wertvolle Komponenten für therapeutische Anwendungen erkannt. Sie wirken oft in Synergie mit Cannabinoiden, einer Wechselwirkung, die als Entourage-Effekt bekannt ist und die Effizienz von Cannabis-Medikation erhöhen könnte. In Studien konnten beruhigende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften nachgewiesen werden. Die genaue Wirkung und Potenz dieser Effekte in der klinischen Praxis sind jedoch noch Gegenstand fortlaufender Forschung.

Für die medizinische Praxis in der Schweiz stellen Terpene damit ein spannendes, aber noch nicht vollständig verstandenes Feld dar. Erste klinische und präklinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass bestimmte Terpene – zum Beispiel Linalool oder Beta-Caryophyllen – in Kombination mit Cannabinoiden relevante Effekte auf Schmerzempfinden, Entzündungsreaktionen oder Angstzustände haben könnten. Diese Hinweise stammen teils aus Tiermodellen, teils aus Beobachtungsstudien und aus Erfahrungen mit Patienten. Gleichzeitig betonen Fachgesellschaften und Behörden, dass aus solchen Daten noch keine allgemeinen Therapieempfehlungen abgeleitet werden dürfen. In der Praxis bedeutet das: Terpenprofile können bei der Auswahl eines geeigneten Cannabisarzneimittels berücksichtigt werden, ersetzen aber nicht eine sorgfältige Diagnostik, eine individuelle Dosisfindung und eine engmaschige Verlaufskontrolle. Zudem reagiert nicht jeder Mensch gleich auf bestimmte Terpenkombinationen. Die Dokumentation von Wirkung und Verträglichkeit im Alltag – etwa über Symptomtagebücher – kann Ärztinnen und Ärzten wertvolle Rückmeldungen liefern.

Spezifische Terpene und ihre Eigenschaften

TerpenVorkommenEigenschaft
LimonenZitrusfrüchte, CannabisStimmungsaufhellend, antimikrobiell
MyrcenMango, HopfenBeruhigend, entzündungshemmend
PineneKiefernnadeln, BasilikumMentale Klarheit, entzündungshemmend

Die in der Tabelle genannten Terpene gehoeren zu den am besten untersuchten Vertretern und kommen zugleich haeufig in Cannabis vor. Limonen verleiht Zitrusfruechten ihren typischen Duft und wird mit stimmungsaufhellenden, aktivierenden Effekten in Verbindung gebracht. In der Forschung wird diskutiert, ob Limonen in Kombination mit bestimmten Cannabinoiden moeglicherweise das subjektive Erleben von Energie und Antrieb beeinflusst. Myrcen wird oft als erdiger, leicht kraeuterartiger Geruch beschrieben. In traditionellen Heilpflanzen wie Hopfen oder Zitronengras werden myrcenreiche Auszuege laengst verwendet, um zur Entspannung beizutragen. In Cannabis-Sorten mit hohem Myrcen-Anteil berichten manche Patientinnen und Patienten von einer eher sedierenden, koerperbetonten Wirkung. Pinen erinnert an den Geruch eines Nadelwaldes und wird haeufig mit gedanklicher Klarheit und leichter Bronchienerweiterung in Verbindung gebracht. Diese Beobachtungen ersetzen keine Studien in grossem Massstab, koennen aber helfen, individuelle Praeferenzen zu erklaeren. In der Praxis ist die Wirkung immer ein Zusammenspiel aus Dosis, Cannabinoiden, weiteren Terpenen und der jeweiligen Person.

Praktischer Umgang mit Terpenprofilen in der Cannabis-Therapie

In der Schweizer Versorgungspraxis gewinnt die Kennzeichnung von Terpenprofilen bei Cannabisblüten und -extrakten an Bedeutung. Einige Hersteller und Apotheken geben in ihren Produktinformationen bereits an, welche Terpene in relevanter Menge enthalten sind. Fuer aeltere Menschen, multimorbide Patientinnen und Patienten oder Personen mit sensibler Psyche kann dies hilfreich sein, um Praeparate zu finden, die eher beruhigend oder eher aktivierend wirken. Dennoch sollte jede Aenderung des Arzneimittels oder der Sorte nur nach Ruecksprache mit der behandelnden Aerztin oder dem behandelnden Arzt erfolgen, um unerwartete Effekte zu vermeiden.

Forschung und Zukunftsaussichten

Die Forschung zu Terpenen steht noch in den Anfängen, doch erste Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse. Forscher sind bestrebt, die Feinheiten der Terpen-Cannabinoid-Interaktion zu verstehen, um personalisierte Therapiemöglichkeiten zu entwickeln. Insbesondere bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, Schlafstörungen und Entzündungen könnte dies wegweisend sein. Fortschritte in der Analytik können dazu beitragen, spezifische Terpenprofile gezielt für individuelle medizinische Anwendungen zu nutzen.

Aktuell konzentriert sich ein Teil der wissenschaftlichen Arbeiten auf die Frage, wie einzelne Terpene in Kombination mit THC oder CBD bestimmte Signalwege im Koerper beeinflussen. Parallel dazu werden standardisierte Extrakte entwickelt, bei denen das Terpenprofil bewusst gestaltet wird, um bestimmte therapeutische Ziele anzustreben. In der Schweiz ist bei der Zulassung und Verschreibung von Cannabisarzneimitteln entscheidend, dass Qualitaet, Reinheit und Deklaration den regulatorischen Vorgaben entsprechen. Terpene muessen daher nicht nur analytisch erfasst, sondern auch bei Lagerung und Transport stabil gehalten werden. Zukuenftig koennte es moeglich werden, Patientenprofile – etwa hinsichtlich Stoffwechsel, Vorerkrankungen und Symptomschwerpunkten – mit spezifischen Terpen-Cannabinoid-Kombinationen abzugleichen. Bis dahin bleibt es wichtig, Versorgungsrealitaet und Forschung eng zu verknuepfen, Nebenwirkungen sorgfaeltig zu erfassen und positive wie neutrale Erfahrungen systematisch zu dokumentieren. So laesst sich nach und nach besser verstehen, bei wem welche Terpenkombination sinnvoll sein kann.

Schlussgedanken

Terpene sind weit mehr als einfache „Düfte“ der Natur. Mit jedem Atemzug, den wir im Wald nehmen, und jedem Bissen einer frischen Mango berühren wir das faszinierende Geflecht, das Pflanzen mit ihrer Umwelt verbindet. Im Kontext medizinischer Anwendungen haben Terpene das Potenzial, die Art und Weise, wie wir pflanzliche Therapien wahrnehmen und anwenden, nachhaltig zu verändern. Die Wissenschaft erschliesst gerade erst die Spitze ihres Potenzials – ein Potenzial, das in den kommenden Jahren tiefere Einblicke und möglicherweise bedeutende Durchbrüche in der medizinischen Behandlung verspricht.

Fuer Patientinnen und Patienten, Angehoerige und Fachpersonen bedeutet dieses Wissen vor allem Orientierung: Wer versteht, was Terpene sind und wie sie im Zusammenspiel mit Cannabinoiden wirken koennen, kann Therapieentscheidungen besser einordnen und Erwartungen realistischer einschaetzen. Terpene ersetzen keine etablierte medizinische Behandlung, koennen aber dazu beitragen, dass Cannabisarzneimittel gezielter eingesetzt werden. In der Schweiz entwickelt sich Schritt fuer Schritt eine Versorgungslandschaft, in der qualitative Analytik, klinische Erfahrung und der Alltag von Betroffenen zusammenfliessen. Terpene sind dabei ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer differenzierten, verantwortungsvollen Nutzung von Cannabis in der Medizin.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Terpene in einfachen Worten?

Terpene sind natuereigene Duft- und Aromastoffe, die vor allem in Pflanzen vorkommen. Sie sorgen dafuer, dass Orangen zitrisch, Kiefern harzig und Lavendel blumig riechen. In der Cannabispflanze praegen Terpene den Geruch und Geschmack der Sorte und koennen zugleich beeinflussen, wie ein Cannabisarzneimittel subjektiv wirkt.

Welche Rolle spielen Terpene in der Cannabispflanze?

In der Cannabispflanze schuetzen Terpene unter anderem vor Fressfeinden und Krankheitserregern und helfen der Pflanze, mit Umweltstress umzugehen. Gleichzeitig locken sie mit ihrem Duft nuetzliche Insekten an. Fuer Menschen sind diese Terpene als Geruch wahrnehmbar und koennen zusammen mit Cannabinoiden wie THC und CBD die medizinische Wirkung von Cannabisarzneimitteln mitpraegen.

Wie haengen Terpene und der Entourage-Effekt zusammen?

Der Entourage-Effekt beschreibt das Zusammenwirken verschiedener Cannabis-Bestandteile, insbesondere von Cannabinoiden und Terpenen. Anstatt isoliert zu wirken, beeinflussen sich diese Stoffe gegenseitig. Erste Studien deuten darauf hin, dass Terpene die Wirkung von THC oder CBD verstaerken, abschwaechen oder in eine bestimmte Richtung lenken koennen. Der genaue Umfang dieses Effekts wird wissenschaftlich weiterhin untersucht.

Gibt es medizinische Vorteile von Terpenen?

Einige Terpene werden in Studien mit moeglich beruhigenden, entzuendungshemmenden, angstloesenden oder stimmungsaufhellenden Effekten in Verbindung gebracht. Beispiele sind Myrcen, Linalool oder Beta-Caryophyllen. Diese Erkenntnisse stammen teils aus Labor- und Tierstudien sowie aus Erfahrungen mit Patienten. Klare, allgemeingueltige Therapieempfehlungen lassen sich daraus noch nicht ableiten, sie liefern jedoch wertvolle Hinweise fuer die weitere Forschung.

Sollte ich bei medizinischem Cannabis auf das Terpenprofil achten?

Das Terpenprofil kann helfen zu erklaeren, warum zwei Cannabisarzneimittel mit aehnlichem THC- und CBD-Gehalt unterschiedlich erlebt werden. Wenn Cannabis medizinisch eingesetzt wird, kann es sinnvoll sein, zusammen mit der behandelnden Aerztin oder dem behandelnden Arzt zu besprechen, ob und wie Terpeninformationen in die Auswahl eines Praeparats einbezogen werden. Selbststaendige Aenderungen ohne medizinische Ruecksprache sind jedoch nicht empfehlenswert.

Quellen

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