Medizinischer Cannabisexport aus der Schweiz: Chancen, Regulierung und Marktstrategien
Die Schweiz entwickelt sich zu einem der spannendsten Standorte für den Export von medizinischem Cannabis in Europa. Klare regulatorische Strukturen, hohe Qualitätsstandards und ein wachsender globaler Bedarf schaffen ein Umfeld, in dem sich sowohl etablierte Pharmaunternehmen als auch spezialisierte Cannabisproduzenten positionieren. Gleichzeitig stehen alle Akteure vor der Herausforderung, strenge nationale und internationale Vorgaben einzuhalten und eine medizinisch sinnvolle, sichere Versorgung zu gewährleisten.
Medizinischer Cannabisexport aus der Schweiz: Chancen und Herausforderungen
Die Schweiz hat sich in den letzten Jahren zu einem Schlüsselakteur auf dem internationalen Markt für medizinisches Cannabis entwickelt. Diese Entwicklung ist das Ergebnis gezielter regulatorischer Anpassungen und der zunehmenden Akzeptanz von Cannabis als therapeutische Option bei schweren und chronischen Erkrankungen. Dieser Beitrag beleuchtet die Strukturen, die den Export von medizinischem Cannabis aus der Schweiz unterstützen, sowie die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen.
Parallel zum Ausbau der nationalen Versorgung rücken internationale Lieferketten, Vertriebsmodelle und Kooperationsformen in den Fokus. Für Exportbetriebe geht es nicht nur darum, hochwertige Cannabisarzneimittel herzustellen, sondern diese auch rechtssicher, lückenlos dokumentiert und in stabiler Qualität in andere Rechtsräume zu bringen. Staaten wie Deutschland, Israel oder einzelne Märkte in Lateinamerika und Ozeanien sehen in der Schweiz zunehmend einen verlässlichen Partner, wenn es um standardisierte Cannabisblüten, Extrakte und Rezeptursubstanzen geht. Unternehmen profitieren von der Kombination aus pharmazeutischer Kompetenz, stabiler Infrastruktur und hoher Glaubwürdigkeit des Schweizer Gesundheitssystems.
Damit aus einem theoretischen Marktpotenzial jedoch tatsächlich nachhaltige Exportströme entstehen, braucht es eine enge Verzahnung von Regulierungsbehörden, Forschungseinrichtungen, Produzenten, Grosshändlern, Apotheken und verschreibenden Fachpersonen. Der Beitrag führt Schritt für Schritt durch diese Wertschöpfungskette, ordnet aktuelle regulatorische Entwicklungen ein und zeigt, welche Faktoren im internationalen Wettbewerb über den langfristigen Erfolg des medizinischen Cannabisexports aus der Schweiz entscheiden.
Gesetzliche Regulierung von Cannabis in der Schweiz
Die Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken ist in der Schweiz durch das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) geregelt. Seit 2022 erlaubt dieses Gesetz die Verschreibung und Anwendung medizinischer Cannabisprodukte ohne besondere Genehmigung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Diese Regelung hat den Zugang für Patient:innen wesentlich erleichtert und gleichzeitig einen rechtlichen Rahmen für den Anbau und Export dieser Produkte geschaffen.
Für exportorientierte Unternehmen bedeutet dies, dass der gesamte Lebenszyklus eines Produkts – von der genetischen Ausgangslinie der Pflanze über den Anbau bis hin zur Verarbeitung, Verpackung und Ausfuhr – klar nachvollziehbar und kontrollierbar sein muss. Neben dem BetmG spielen unter anderem das Heilmittelgesetz (HMG), die Heilmittelverordnung (VAM) sowie internationale Übereinkommen wie das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel eine zentrale Rolle. Swissmedic überwacht die Einhaltung der heilmittelrechtlichen Vorschriften, während das BAG die betäubungsmittelrechtliche Dimension verantwortet. Für den Export sind zudem Ausfuhrbewilligungen notwendig, welche im Einklang mit den Importanforderungen des Ziellandes stehen müssen.
Rechtlicher Rahmen im Alltag von Exportbetrieben
In der Praxis zeigt sich, dass die regulatorische Landschaft zwar klare Leitplanken bietet, jedoch viel Fachwissen und Ressourcen für die korrekte Umsetzung erfordert. Unternehmen müssen beispielsweise sicherstellen, dass THC-Grenzwerte, Deklarationspflichten und Anforderungen an die Pharmakovigilanz sowohl nach Schweizer Recht als auch nach den Vorgaben der Zielmärkte eingehalten werden. Hinzu kommen Meldepflichten gegenüber Behörden, Inspektionen zur Überprüfung der Anbau- und Produktionsbedingungen sowie die laufende Aktualisierung interner Standardarbeitsanweisungen (SOPs). Wer diesen Aufwand strukturiert managt, schafft die Grundlage für stabile Exportbeziehungen und minimiert das Risiko von Lieferunterbrüchen oder Rückrufen.
Medizinische Vorteile und Anwendungen von Cannabis
Medizinisches Cannabis wird hauptsächlich zur Symptomlinderung bei chronischen Schmerzen eingesetzt, etwa bei Krebserkrankungen oder Multipler Sklerose. Cannabinoide, namentlich THC und CBD, entfalten dabei ihre Wirkung durch die Interaktion mit dem Endocannabinoid-System des Körpers. Diese Substanzen bieten eine Alternative zu traditionellen Schmerztherapien und können, je nach Indikation, die Lebensqualität der Patient:innen erheblich verbessern.
Neben der Behandlung chronischer Schmerzen wird medizinisches Cannabis in der Schweiz und in vielen Importländern auch zur Linderung von Spastiken, Appetitlosigkeit, Übelkeit infolge Chemotherapie oder zur Unterstützung bei bestimmten neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Der Export entsprechender Produkte trägt somit dazu bei, Versorgungslücken in Ländern zu schliessen, in denen zwar ein rechtlicher Rahmen für medizinisches Cannabis existiert, die lokale Produktionskapazität aber noch begrenzt ist. Wichtig ist, dass Ärztinnen und Ärzte im In- und Ausland belastbare Informationen zu Indikationen, Dosierung und möglichen Wechselwirkungen erhalten, um eine verantwortungsvolle Verordnung sicherzustellen. Exportierende Unternehmen unterstützen dies zunehmend durch standardisierte Produktinformationen, begleitende Fortbildungsangebote und die Bereitstellung von Stabilitäts- und Wirkstoffprofilen.
Welche Formen von medizinischem Cannabis werden exportiert?
Im Rahmen des medizinischen Cannabisexports aus der Schweiz werden unterschiedliche Darreichungsformen hergestellt und in verschiedene Länder geliefert. Im Zentrum stehen standardisierte Cannabisblüten mit definierten THC- und CBD-Gehalten, die vor allem für die Inhalation oder zur Weiterverarbeitung in magistralen Rezepturen verwendet werden. Daneben gewinnen hochgereinigte Extrakte an Bedeutung, die in Tropfenform, als Öl oder als Ausgangsstoff für Kapseln zum Einsatz kommen. In einzelnen Fällen werden auch isolierte Cannabinoide wie reines CBD oder THC in pharmazeutischer Qualität exportiert, die in den Importländern in komplexere Fertigarzneimittel einfliessen.
Der Trend geht klar in Richtung reproduzierbarer, gut dokumentierter Produkte mit enger Spezifikation. Für Exportbetriebe bedeutet das, dass sie über ausgereifte Analytik verfügen müssen, um jedes Los auf Identität, Gehalt, mikrobiologische Qualität, Pestizidrückstände und Lösungsmittelreste zu prüfen. Nur so lassen sich sowohl die Anforderungen von Swissmedic als auch jene von Behörden wie der europäischen EMA oder nationalen Zulassungsstellen erfüllen. Gleichzeitig bleibt Raum für patientenindividuelle Anpassungen: Viele Importländer nutzen Schweizer Rohstoffe für magistrale Rezepturen, um Dosierungen, Trägeröle oder Kombinationen von Cannabinoiden genauer auf das klinische Bild der Patientinnen und Patienten abzustimmen.
Strukturen und Strategien für den Export von medizinischem Cannabis
Der Export von medizinischem Cannabis stellt eine vielversprechende Wachstumschance für die Schweizer Wirtschaft dar. Der Prozess umfasst mehrere Schlüsselkomponenten:
- Produktion: Der Anbau erfolgt unter strikten Auflagen, die eine hohe Produktqualität gewährleisten.
- Lizenzierung: Unternehmen benötigen Lizenzen von Swissmedic, um den Export in andere Länder rechtssicher vorzunehmen.
- Zertifizierung: Internationale Standards wie GACP (Good Agricultural and Collection Practice) müssen eingehalten werden.
Diese drei Bausteine bilden die Grundlage für eine skalierbare, verlässliche Exporttätigkeit. In der Produktion setzen viele Schweizer Betriebe auf Indoor- oder Gewächshausanlagen mit präziser Klima- und Nährstoffsteuerung, um konsistente Wirkstoffprofile sicherzustellen. Die Lizenzierung durch Swissmedic stellt sicher, dass nur Unternehmen mit nachweisbarer Fachkompetenz, qualifiziertem Personal und einem belastbaren Qualitätsmanagementsystem am Markt agieren. Zertifizierungen wie GACP und GMP (Good Manufacturing Practice) dienen als international verständliche Referenzen für Importbehörden und erleichtern die Marktöffnung in streng regulierten Zielländern. Gleichzeitig schaffen sie die Basis für eine lückenlose Dokumentation jedes Produktionsschrittes – ein Aspekt, der für die Nachvollziehbarkeit und Patientensicherheit im globalen Handel mit Betäubungsmitteln zentral ist.
Diese Prozesse stellen jedoch auch Herausforderungen dar, besonders im Hinblick auf die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und die Gewährleistung von Produktqualität und -sicherheit über Ländergrenzen hinweg.
Praktisch bedeutet dies, dass Exportbetriebe mit unterschiedlichen nationalen Regelsystemen umgehen müssen. Während einige Länder klare Monographien, Einfuhrkontingente und Qualitätsanforderungen definiert haben, befinden sich andere Märkte noch im Aufbau. Unternehmen müssen deshalb frühzeitig prüfen, welche Analysenzertifikate, Sicherheitsdatenblätter, Stabilitätsstudien und Transportdokumente jeweils gefordert sind. Zudem ist ein zuverlässiges Logistiknetzwerk entscheidend, das gekühlte oder temperaturkontrollierte Transporte ermöglicht und den Umgang mit betäubungsmittelrechtlichen Dokumenten beherrscht. Engpässe können nicht nur zu wirtschaftlichen Verlusten führen, sondern im ungünstigsten Fall auch die Versorgung von Patientinnen und Patienten in den Zielländern beeinträchtigen.
Typischer Ablauf eines Exportprojekts
Ein typisches Exportprojekt beginnt mit der Marktanalyse im Zielland, gefolgt von der Abklärung regulatorischer Anforderungen und der Suche nach lokalen Partnern, etwa Grosshändlern oder spezialisierten Apotheken. Anschliessend werden Lieferverträge geschlossen, in denen Mengen, Qualitäten, Preise, Lieferintervalle sowie pharmazeutische und betäubungsmittelrechtliche Pflichten definiert werden. Parallel dazu richten die Schweizer Produzenten interne Prozesse ein, um Chargenplanung, Qualitätskontrolle, Dokumentation und Logistik zuverlässig zu steuern. Vor jedem Export werden die notwendigen Bewilligungen bei den zuständigen Behörden eingeholt und die Produkte erst nach finaler Freigabe für den Versand bereitgestellt. Diese strukturierte Herangehensweise minimiert Unsicherheiten und stärkt das Vertrauen aller Beteiligten entlang der Lieferkette.
Wettbewerbsposition der Schweiz im internationalen Umfeld
Im globalen Wettbewerb um den medizinischen Cannabismarkt konkurriert die Schweiz mit Ländern wie Kanada, den Niederlanden, Deutschland, Israel, Australien und zunehmend auch verschiedenen Staaten in Lateinamerika und Afrika. Die Besonderheit der Schweiz liegt in der Kombination aus stabilen politischen Rahmenbedingungen, hoher pharmazeutischer Kompetenz und einem starken Ruf in puncto Qualität und Zuverlässigkeit. Während einige Länder primär über grosse Anbauflächen verfügen, setzt die Schweiz auf wissensintensive, technologiegestützte Produktion mit Fokus auf Premiumqualität.
Dadurch ergeben sich Marktnischen, in denen Schweizer Produkte trotz höherer Produktionskosten wettbewerbsfähig sind, etwa bei streng standardisierten Blüten mit hohem Reinheitsgrad oder spezialisierten Extrakten mit komplexen Cannabinoid- und Terpenprofilen. Hinzu kommt die Neutralität der Schweiz, die den Aufbau von Handelsbeziehungen in politisch sensiblen Regionen erleichtern kann. Im Segment des medizinischen Cannabis ist die Exportstrategie daher häufig auf langfristige, qualitätsorientierte Partnerschaften ausgerichtet, anstatt auf kurzfristige Volumenmaximierung. Dieser Ansatz passt gut zu den Erwartungen vieler Importbehörden, die vor allem Versorgungssicherheit, verlässliche Analytik und regulatorische Compliance schätzen.
Forschung und Innovation in der Cannabisproduktion
Schweizer Unternehmen investieren erheblich in die Forschung und Entwicklung neuer Cannabissorten, die speziell für medizinische Anwendungen geeignet sind. Diese Anstrengungen werden durch Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen unterstützt und zielen darauf ab, die Effizienz und Sicherheit von Cannabisbehandlungen zu erhöhen.
Im Fokus stehen dabei nicht nur klassische Zuchtziele wie stabile THC- und CBD-Gehalte, sondern auch die gezielte Modulation von Terpenprofilen und weiteren Inhaltsstoffen, die das Wirkprofil beeinflussen können. Durch präzise Analytik und kontrollierte Anbaubedingungen werden Sorten selektioniert, die für spezifische Indikationen besonders geeignet erscheinen, etwa für die Behandlung von neuropathischen Schmerzen oder bestimmten Formen von Spastik. Parallel dazu laufen in der Schweiz klinische Studien und Beobachtungsprojekte, die den therapeutischen Nutzen und das Sicherheitsprofil dieser Produkte systematisch erfassen. Die Ergebnisse fliessen in Leitlinien, Fachinformationen und Fortbildungsangebote ein und stärken damit auch die Position der Schweiz als Wissensstandort im Bereich medizinischer Cannabinoide.
Für den Export ist diese Forschungsbasis von grosser Bedeutung: Importländer achten vermehrt darauf, dass hinter den gehandelten Produkten nicht nur eine funktionierende Produktion, sondern auch ein evidenzbasiertes Verständnis der klinischen Anwendung steht. Schweizer Unternehmen, die ihre Produktentwicklung in enger Zusammenarbeit mit universitären Zentren, Spitälern und spezialisierten Praxen betreiben, können hier klare Mehrwerte bieten. Langfristig trägt dies dazu bei, dass medizinisches Cannabis nicht als isoliertes Nischenprodukt wahrgenommen wird, sondern als integrierter Bestandteil einer modernen, individuell ausgerichteten Therapieplanung.
Internationale Kooperationen und Handelsbeziehungen
Der Schweizer Cannabisexport profitiert von starken internationalen Partnerschaften. Länder, die robuste regulatorische Systeme für medizinisches Cannabis implementiert haben, sind wichtige Handelspartner. Diese Kooperationen ermöglichen den Wissensaustausch und fördern die Weiterentwicklung von Anbaumethoden und therapeutischen Ansätzen im Bereich der Cannabinoid-Nutzung.
In der Praxis umfassen solche Kooperationen beispielsweise gemeinsame Forschungsprojekte, Lizenzabkommen für Sorten oder Extrakte, Know-how-Transfer bei Qualitätsmanagementsystemen sowie den Aufbau gemeinsamer Logistikstrukturen. Viele Importländer nutzen die Erfahrung Schweizer Produzenten, um eigene Standards zu definieren oder bestehende Richtlinien zu präzisieren. Umgekehrt profitieren Schweizer Unternehmen vom Feedback internationaler Partner zu lokalen Patientenbedürfnissen, Erstattungssystemen, Verschreibungsgewohnheiten und kulturellen Erwartungen. Dieses gegenseitige Lernen hilft, Produkte und Dienstleistungen so auszugestalten, dass sie nicht nur regulatorisch passen, sondern auch im klinischen Alltag der Zielländer praktikabel sind.
Cannabis-Therapie
Erfahren Sie, wie medizinisches Cannabis in der Schweiz eingesetzt wird, welche Indikationen zugelassen sind und wie der Zugang über Ärztinnen, Ärzte und Apotheken in einem klar geregelten Rahmen erfolgt.
Info-/Vergleichsportal
Nutzen Sie das Evidena Info- und Vergleichsportal, um sich einen strukturierten Überblick über Cannabismedikamente, Darreichungsformen und Versorgungswege im Schweizer Gesundheitssystem zu verschaffen.
Partner-Apotheken
Finden Sie Apotheken in der Schweiz, die Erfahrung mit medizinischem Cannabis haben, Rezepturen herstellen und Patientinnen und Patienten im Umgang mit Cannabismedikamenten kompetent begleiten.
Allgemeine Fragen
Antworten auf häufige Fragen zu medizinischem Cannabis, rechtlichen Grundlagen, Verschreibung und praktischer Anwendung für Patientinnen, Patienten und Fachpersonen.
Schlüssel zum Erfolg auf dem globalen Markt
Mehrere Faktoren tragen zum Erfolg des Schweizer Exports von medizinischem Cannabis bei:
- Hohe Qualität und strenge Kontrolle der Produkte durch innovative Anbaumethoden.
- Ruf der Schweiz als verlässlicher Partner in der internationalen Gesundheitsbranche.
- Stabile politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Diese Erfolgsfaktoren greifen ineinander und entfalten ihre Wirkung insbesondere dann, wenn sie konsequent in Unternehmensstrategien übersetzt werden. So ist eine hohe Produktqualität nur dann ein echter Wettbewerbsvorteil, wenn sie durch transparente Analysenzertifikate, nachvollziehbare Produktionsprozesse und ein funktionierendes Risikomanagement untermauert wird. Der gute Ruf der Schweiz entsteht nicht allein durch das Herkunftslabel, sondern durch konsequente Einhaltung von Lieferzusagen, offene Kommunikation mit Behörden und Partnern sowie durch die Bereitschaft, auf neue regulatorische Anforderungen flexibel zu reagieren. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wiederum schaffen Planungssicherheit für langfristige Investitionen in Forschung, Produktionsanlagen und Personalentwicklung. Zusammengenommen ermöglichen diese Elemente, dass Schweizer Unternehmen im Bereich des medizinischen Cannabisexports nachhaltige, vertrauensvolle Beziehungen zu internationalen Partnern aufbauen und halten können.
Bedeutung des Exports für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken
Auch wenn der Export von medizinischem Cannabis auf den ersten Blick vor allem als wirtschaftliches Thema erscheint, hat er direkte Auswirkungen auf die tägliche Arbeit von Ärztinnen, Ärzten und Apotheken – in der Schweiz und in den Importländern. Durch den Zugang zu standardisierten, qualitativ hochwertigen Produkten können Fachpersonen Therapieoptionen besser planen, Dosierungen konsistenter gestalten und Wirkungen über verschiedene Patientengruppen hinweg besser vergleichen. Für Schweizer Apotheken, die mit exportierenden Produzenten zusammenarbeiten, ergeben sich zudem Einblicke in internationale Entwicklungen, Formulierungen und galenische Konzepte, die wiederum in die inländische Versorgung zurückfliessen können.
In den Zielländern tragen stabile Lieferbeziehungen dazu bei, therapiebedingte Unterbrüche zu vermeiden und die Akzeptanz von Cannabismedikamenten im Gesundheitssystem zu stärken. Je verlässlicher die Versorgung, desto eher lassen sich auch strukturiere Auswertungen zu Wirksamkeit, Sicherheit und Patientenzufriedenheit durchführen. Diese Datenbasis ist letztlich ein gemeinsames Interesse aller Beteiligten: Sie erleichtert evidenzbasierte Entscheidungen, unterstützt Erstattungsdiskussionen mit Versicherern und hilft, Behandlungsleitlinien zu konkretisieren. Somit ist der Export nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern auch ein Hebel zur Weiterentwicklung der medizinischen Praxis rund um Cannabinoidtherapien.
Ausblick: Die Zukunft des Cannabisexports aus der Schweiz
Der internationale Markt für medizinisches Cannabis befindet sich in einer dynamischen Entwicklung, und die Schweiz ist gut positioniert, um in diesem Bereich eine führende Rolle einzunehmen. Durch eine kontinuierliche Stärkung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Förderung von Forschung und Entwicklung kann die Schweiz ihre Marktposition weiter ausbauen. Der Weg hin zu einem etablierten Exporteur von medizinischem Cannabis bietet nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern trägt auch zur globalen Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei.
Für die kommenden Jahre ist davon auszugehen, dass weitere Länder eigene Regulierungsmodelle für medizinisches Cannabis etablieren oder bestehende Systeme verfeinern. Dies eröffnet neue Exportchancen, geht aber zugleich mit differenzierten Anforderungen an Zulassung, Kennzeichnung, Datenaustausch und Pharmakovigilanz einher. Erfolgreiche Schweizer Unternehmen werden jene sein, die ihre internen Prozesse so aufstellen, dass sie regulatorische Neuerungen rasch aufnehmen und in ihr Qualitätsmanagement integrieren können, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Parallel dazu rückt die Digitalisierung in den Vordergrund: Elektronische Chargendokumentation, standardisierte Datenschnittstellen zu Partnern und Behörden sowie digitale Fortbildungsformate unterstützen die Skalierung der Aktivitäten.
Langfristig wird sich der medizinische Cannabisexport aus der Schweiz dort behaupten, wo Vertrauen, Transparenz und klinischer Nutzen im Zentrum stehen. Die Verknüpfung von pharmazeutischem Know-how, solider Regulierung und internationaler Zusammenarbeit bietet dafür eine robuste Grundlage. Entscheidend ist, dass alle Akteure – von der Züchtung über die Herstellung bis hin zur Verschreibung – den gemeinsamen Fokus auf die sichere, wirksame Behandlung von Patientinnen und Patienten beibehalten. In diesem Spannungsfeld zwischen Gesundheitsversorgung und Wirtschaftskraft liegt die eigentliche Chance des Schweizer Cannabisexports.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich medizinischer Cannabisexport von der inländischen Versorgung in der Schweiz?
Für die inländische Versorgung gelten primär die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes und des Heilmittelrechts, die den Anbau, die Herstellung, Verschreibung und Abgabe in der Schweiz regeln. Beim Export kommen zusätzliche Vorgaben hinzu: Unternehmen benötigen spezifische Exportbewilligungen, müssen die Importanforderungen der Zielländer erfüllen und internationale Abkommen zum Umgang mit Betäubungsmitteln beachten. Während in der Schweiz der Fokus auf der sicheren Patient:innenversorgung liegt, spielen beim Export zudem Aspekte wie Zollvorschriften, internationale Qualitätsstandards und die Koordination mit ausländischen Behörden eine wichtige Rolle.
Welche Rolle spielt Swissmedic im Kontext des medizinischen Cannabisexports?
Swissmedic ist die schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel und damit eine zentrale Instanz für die Regulierung von medizinischem Cannabis. Für exportierende Unternehmen überwacht Swissmedic insbesondere die Einhaltung von Qualitäts-, Sicherheits- und Wirksamkeitsstandards, prüft Bewilligungsanträge und führt Inspektionen durch. Zudem stellt Swissmedic sicher, dass Herstellungsbetriebe nach GACP- und GMP-Grundsätzen arbeiten und dass die exportierten Produkte den heilmittelrechtlichen Vorschriften entsprechen. Dadurch wird gegenüber in- und ausländischen Partnern Transparenz und Vertrauen geschaffen.
Welche Produktformen werden typischerweise aus der Schweiz exportiert?
Aus der Schweiz werden vor allem standardisierte Cannabisblüten mit definierten THC- und CBD-Gehalten sowie Cannabisextrakte in Form von Ölen oder Tropfen exportiert. Ergänzend kommen isolierte Cannabinoide wie reines THC oder CBD in pharmazeutischer Qualität hinzu, die in den Zielländern für die Herstellung von Fertigarzneimitteln oder magistralen Rezepturen verwendet werden. Alle Produktformen müssen klar spezifizierte Wirkstoffgehalte, Reinheitskriterien und Stabilitätsnachweise erfüllen, damit sie in streng regulierten Märkten eingesetzt werden können.
Welche Chancen ergeben sich für Schweizer Unternehmen durch den globalen Markt für medizinisches Cannabis?
Der globale Markt für medizinisches Cannabis bietet Schweizer Unternehmen die Möglichkeit, ihr pharmazeutisches Know-how, ihre Qualitätsstandards und ihre Innovationskraft international einzubringen. Chancen bestehen insbesondere in Ländern, die zwar einen rechtlichen Rahmen für medizinisches Cannabis geschaffen haben, aber noch nicht über ausreichende Produktionskapazitäten verfügen. Durch den Export können Schweizer Produzenten stabile Lieferbeziehungen aufbauen, an klinischen Projekten mitwirken und ihr Portfolio entlang konkreter Versorgungsbedürfnisse weiterentwickeln. Dies stärkt sowohl die eigene Marktposition als auch die internationale Wahrnehmung der Schweiz als Gesundheitsstandort.
Wie profitieren Patientinnen und Patienten von medizinischem Cannabisexport aus der Schweiz?
Patientinnen und Patienten in Importländern profitieren vor allem von der Verfügbarkeit standardisierter, qualitätsgeprüfter Cannabisarzneimittel. Wenn Schweizer Produkte in lokale Versorgungssysteme integriert werden, können Ärztinnen und Ärzte auf verlässliche Wirkstoffprofile und ausführliche Produktinformationen zurückgreifen. Dies erleichtert eine sorgfältige Dosierung und Beobachtung der Behandlung. Indirekt profitieren auch Patientinnen und Patienten in der Schweiz, da Erfahrungen und Studiendaten aus dem Ausland in die Weiterentwicklung von Produkten und Therapiekonzepten zurückfliessen und so die Gesamtqualität der Cannabistherapie verbessern.