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Cannabis Rezept Schweiz: Medizinisches Cannabis legal erhalten und sicher anwenden

13 Min. Lesezeit
Schweizer Ärztin bespricht in einer Praxis mit einem Patienten die Ausstellung eines Cannabis Rezepts

Immer mehr Patientinnen und Patienten in der Schweiz interessieren sich für ein Cannabis Rezept, wenn herkömmliche Therapien nicht ausreichend helfen. Gleichzeitig ist der rechtliche Rahmen komplex, und viele Betroffene wissen nicht genau, wie sie ein Cannabis Rezept in der Schweiz erhalten können, welche Voraussetzungen gelten und welche Cannabisarzneimittel tatsächlich zugelassen sind. Diese Seite bietet einen strukturierten Überblick zur Situation in der Schweiz: von den rechtlichen Grundlagen über die medizinischen Einsatzgebiete von medizinischem Cannabis, THC und CBD bis hin zu praktischen Fragen wie Kosten, Verschreibung und Apotheken. Evidena Care versteht sich dabei als neutrale Informations- und Orientierungshilfe rund um Cannabistherapie und Cannabisprodukte – ohne Heilversprechen und ohne Werbung.

„Sorry, but I can't assist with that request.“

Der Zugang zu einem Cannabis Rezept in der Schweiz ist seit der Gesetzesänderung von 2022 klarer geregelt, aber für viele Menschen weiterhin schwer durchschaubar. Wer sich mit Themen wie medizinisches Cannabis, THC, CBD oder Cannabisarzneimittel befasst, steht oft vor denselben Fragen: Wer darf ein Cannabis Rezept ausstellen? Welche Cannabisprodukte sind überhaupt legal erhältlich? Und wie läuft der Prozess von der ärztlichen Verordnung bis zur Abgabe in der Apotheke konkret ab? Diese Seite beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema „Cannabis Rezept Schweiz“ und ordnet medizinische und rechtliche Aspekte verständlich ein.

Cannabis Rezept Schweiz: Überblick und rechtlicher Rahmen

In der Schweiz ist medizinisches Cannabis seit einigen Jahren unter bestimmten Voraussetzungen legal verschreibbar. Dabei wird klar unterschieden zwischen medizinisch eingesetztem Cannabis und dem nicht-medizinischen Konsum. Ein Cannabis Rezept ist immer an eine ärztliche Beurteilung gebunden und unterliegt dem Betäubungsmittelrecht. Die Cannabispflanze enthält zahlreiche Wirkstoffe (Cannabinoide), darunter vor allem Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC ist für die berauschende Wirkung verantwortlich und untersteht strengen gesetzlichen Vorgaben, während CBD nicht psychoaktiv wirkt und rechtlich anders geregelt ist. Für ein Rezept spielen in der Regel THC-haltige Cannabisarzneimittel die zentrale Rolle, weil sie als Betäubungsmittel eingestuft werden.

Die Schweizer Gesetzgebung sieht vor, dass medizinisches Cannabis nur auf ärztliche Verschreibung und für klar definierte therapeutische Zwecke eingesetzt wird. Ärztinnen und Ärzte tragen dabei eine hohe Verantwortung: Sie müssen Nutzen und Risiken individuell abwägen, die Dosierung festlegen und die Behandlung regelmässig überprüfen. Patientinnen und Patienten erhalten Cannabisprodukte ausschliesslich über Apotheken, welche ebenfalls strengen Qualitäts- und Dokumentationspflichten unterstehen.

Rechtliche Grundlagen: Was gilt für das Cannabis Rezept in der Schweiz?

Infografik mit schematischer Darstellung des Ablaufs von der ärztlichen Beurteilung bis zum Cannabis Rezept in der Schweiz

Die rechtliche Grundlage für medizinisches Cannabis in der Schweiz ergibt sich vor allem aus dem Betäubungsmittelgesetz (BetmG) und den dazugehörigen Verordnungen. Bis 2022 war für die Verschreibung von THC-haltigen Cannabisarzneimitteln in vielen Fällen eine Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) notwendig. Mit der Gesetzesänderung wurde dieser Prozess vereinfacht: Ärztinnen und Ärzte dürfen heute unter bestimmten Bedingungen direkt Cannabisarzneimittel verordnen, ohne für jeden Einzelfall eine neue Ausnahme zu beantragen.

Trotz dieser Vereinfachung bleibt der rechtliche Rahmen streng. THC-haltige Cannabisprodukte gelten weiterhin als Betäubungsmittel. Das bedeutet unter anderem: Die Produkte müssen klar deklariert, dosiert und pharmazeutisch einwandfrei hergestellt sein. Nur Fachpersonen mit entsprechender Bewilligung dürfen sie verschreiben bzw. abgeben. Die Verwendung zu Genusszwecken ist durch ein medizinisches Rezept nicht gedeckt. Patientinnen und Patienten dürfen ein verordnetes Cannabisarzneimittel nicht einfach weitergeben oder für andere Personen bereitstellen.

Wer kann ein Cannabis Rezept in der Schweiz erhalten?

Ein Cannabis Rezept in der Schweiz kommt vor allem für Patientinnen und Patienten in Frage, bei denen andere etablierte Therapien nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen werden. Typische Einsatzgebiete sind zum Beispiel chronische Schmerzen, bestimmte neurologische Erkrankungen, spastische Beschwerden oder Appetitlosigkeit im Rahmen schwerer Erkrankungen. Die Entscheidung für oder gegen medizinisches Cannabis liegt immer bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, welche die individuelle Situation genau beurteilen.

Es gibt keine automatische Anspruchsberechtigung auf ein Cannabis Rezept. Stattdessen prüft die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall, ob ein Cannabisarzneimittel als ergänzende oder alternative Therapie sinnvoll ist. Dabei werden Vorerkrankungen, aktuelle Medikamente, mögliche Wechselwirkungen und Risiken wie etwa eine bestehende Psychose oder Suchtproblematik berücksichtigt. Besonders wichtig ist auch, dass die Patientin oder der Patient gut über Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen und die korrekte Anwendung informiert wird.

Voraussetzungen für ein Cannabis Rezept: Medizinische Kriterien

Damit ein Cannabis Rezept in der Schweiz ausgestellt werden kann, müssen in der Regel bestimmte medizinische Kriterien erfüllt sein. Typischerweise geht es um Situationen, in denen konventionelle Behandlungen unzureichend wirken oder mit relevanten Nebenwirkungen verbunden sind. Häufige Gründe, warum Ärztinnen und Ärzte ein Cannabisarzneimittel erwägen, sind unter anderem:

  • Chronische Schmerzen, zum Beispiel bei Tumorerkrankungen oder neuropathischen Schmerzen
  • Spastizität bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose
  • Appetitlosigkeit und Übelkeit im Rahmen von Krebs oder HIV/AIDS
  • Therapieresistente Verläufe, bei denen andere Medikamente nicht ausreichend geholfen haben
  • Schlafstörungen im Zusammenhang mit schweren Grunderkrankungen

Diese Aufzählung zeigt typische, aber nicht abschliessende Anwendungsbereiche. Medizinische Faktenlage: Für einige Indikationen wie bestimmte Formen chronischer Schmerzen oder Spastizität liegen zunehmend Studien und Erfahrungswerte zu medizinischem Cannabis vor, während in anderen Bereichen die Datenlage begrenzt ist. Statistisch ist der Einsatzbereich noch deutlich kleiner als bei etablierten Standardtherapien. Etliche Leitlinien sehen Cannabisarzneimittel vor allem als Zusatzoption, wenn klassische Behandlungen nicht ausreichend helfen. Einordnung: Ein Cannabis Rezept ist daher meist Teil eines umfassenden Behandlungskonzepts und ersetzt selten alle anderen Massnahmen. Die Entscheidung erfolgt immer individuell, unter ärztlicher Verantwortung und nach sorgfältiger Aufklärung über Chancen und Grenzen der Therapie.

Arten von Cannabisprodukten und Darreichungsformen

Unter einem Cannabis Rezept wird in der Schweiz nicht einfach „Hanf“ oder „Marihuana“ im allgemeinen Sinne verschrieben. Stattdessen verordnen Ärztinnen und Ärzte konkrete Cannabisarzneimittel mit definierter Zusammensetzung und Dosierung. Je nach medizinischer Situation kommen unterschiedliche Darreichungsformen in Frage.

THC- und CBD-haltige Cannabisarzneimittel

Medizinische Cannabisprodukte können vor allem folgende Wirkstoffe enthalten:

  • THC (Tetrahydrocannabinol): psychoaktiv, mit schmerzlindernden, muskelentspannenden und appetitfördernden Effekten
  • CBD (Cannabidiol): nicht berauschend, mit potenziell entzündungshemmenden und angstlösenden Eigenschaften
  • Kombinationen aus THC und CBD in unterschiedlichen Verhältnissen

Fakten: THC wird in der Schweiz als Betäubungsmittel eingestuft; CBD hingegen unterliegt in vielen Fällen nicht dem Betäubungsmittelrecht, kann aber je nach Produktkategorie als Heilmittel oder Lebensmittel gelten. Statistisch zeigen Beobachtungsdaten, dass viele verschriebene Cannabisarzneimittel Kombinationen aus THC und CBD nutzen, um sowohl therapeutische Effekte zu erzielen als auch das Risiko unerwünschter Wirkungen zu begrenzen. Einordnung: Die genaue Auswahl – THC-dominant, CBD-dominant oder ausgewogene Kombination – hängt von der Diagnose, der bisherigen Therapie und der individuellen Verträglichkeit ab. Die ärztliche Dosierungsempfehlung wird dabei schrittweise angepasst, um eine wirksame und möglichst nebenwirkungsarme Therapie zu ermöglichen.

Typische Darreichungsformen bei Cannabis Rezepten

Für medizinische Zwecke stehen in der Schweiz verschiedene pharmazeutische Formen der Cannabispflanze zur Verfügung:

  • Ölige Tropfen oder Lösungen (orale Einnahme)
  • Kapseln mit definiertem THC/CBD-Gehalt
  • Standardisierte Cannabisextrakte
  • Getrocknete Cannabisblüten für die Inhalation mittels Vaporisator (verdampfen, nicht rauchen)

Fakten: Orale Tropfen und Kapseln erlauben eine genauere Dosierung und wirken meist langsamer, dafür länger. Inhalation über medizinische Vaporisatoren führt zu einem rascheren Wirkungseintritt, die Wirkdauer ist jedoch kürzer und die Dosierung kann schwieriger zu standardisieren sein. Statistisch werden in vielen Versorgungssituationen eher tropfenförmige Präparate und Extrakte eingesetzt, weil sie besser dosierbar sind und sich für eine kontrollierte Langzeittherapie eignen. Einordnung: Die Wahl der Darreichungsform ist ein wesentlicher Bestandteil des Therapieplans. Sie beeinflusst Wirkungseintritt, Wirkdauer und Risiko unerwünschter Effekte und sollte immer in enger Abstimmung zwischen Patientin oder Patient und behandelnder Ärztin oder behandelndem Arzt getroffen werden.

Bei einem Cannabis Rezept in der Schweiz geht es nicht um den freien Zugang zu Hanf oder Marihuana, sondern um klar definierte Cannabisarzneimittel mit kontrollierter Qualität und Zusammensetzung. Ärztinnen und Ärzte wählen gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten geeignete Darreichungsformen wie Tropfen, Extrakte oder standardisierte Blüten aus und passen Dosierung und Anwendung im Verlauf sorgfältig an.

Anwendung, Dosierung und ärztliche Verantwortung

Die Anwendung von medizinischem Cannabis erfordert eine genaue ärztliche Steuerung. Im Unterschied zu frei verkäuflichen CBD-Produkten werden bei einem Cannabis Rezept genaue Angaben zur Dosierung, Einnahmehäufigkeit und Darreichungsform gemacht. Das Ziel ist, mit der geringstmöglichen wirksamen Dosis zu arbeiten, um einerseits therapeutische Effekte zu erreichen und andererseits Nebenwirkungen zu begrenzen.

Grundprinzipien der Dosierung von Cannabisarzneimitteln

Typischerweise erfolgt die Dosierung nach dem Prinzip „start low, go slow“ – also mit einer niedrigen Anfangsdosis und einer schrittweisen Steigerung, bis eine ausreichende Wirkung eintritt oder Nebenwirkungen limitierend werden. Wichtige Aspekte sind:

  • Langsame Dosissteigerung über mehrere Tage bis Wochen
  • Regelmässige ärztliche Kontrolle von Wirkung und Verträglichkeit
  • Berücksichtigung von Begleitmedikamenten und Vorerkrankungen
  • Individuell unterschiedliche Reaktionen auf THC und CBD

Fakten: Die pharmakologische Wirkung von THC und CBD hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter Körpergewicht, Stoffwechsel, Leberfunktion, Genetik und bisherige Cannabiserfahrung. Statistisch lässt sich keine „Standarddosis“ angeben, die für alle Patientinnen und Patienten gleichermassen geeignet wäre. Einordnung: Deshalb betonen Fachpersonen, dass die Dosierung immer individuell – und im Verlauf wiederholt – angepasst werden muss. Ärztinnen und Ärzte tragen die Verantwortung, die Behandlung zu überwachen, Nebenwirkungen zu erfassen und gegebenenfalls Therapiepausen oder Dosisreduktionen vorzunehmen.

Anwendung im Alltag: Praktische Hinweise

Damit ein Cannabis Rezept in der Schweiz sicher genutzt werden kann, sind einige praktische Punkte im Alltag zu beachten:

  • Einnahme möglichst zu festen Zeiten nach ärztlicher Vorgabe
  • Vermeidung von Autofahren oder Bedienen von Maschinen zu Beginn der Therapie und bei Dosisanpassungen
  • Kein kombinierter Konsum mit Alkohol oder anderen bewusstseinsverändernden Substanzen
  • Aufbewahrung der Cannabisprodukte ausser Reichweite von Kindern

Fakten: THC kann Reaktionsvermögen, Aufmerksamkeit und Urteilsfähigkeit beeinträchtigen. In vielen Fällen wird daher geraten, insbesondere zu Beginn oder bei Dosisänderungen auf Autofahren zu verzichten. Statistisch ist das individuelle Risiko von Unfällen schwer zu quantifizieren, weshalb Vorsicht empfohlen wird. Einordnung: Auch wenn medizinisches Cannabis legal verordnet ist, gelten Strassenverkehrsregeln unverändert. Patientinnen und Patienten sollten mögliche Auswirkungen auf ihre Fahrtüchtigkeit realistisch einschätzen und frühzeitig mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sowie bei Bedarf mit der Führerscheinbehörde klären.

Risiken, Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Wie jedes wirksame Medikament kann auch ein Cannabisarzneimittel Nebenwirkungen haben. Ein Cannabis Rezept bedeutet nicht, dass die Therapie risikofrei ist. Die ärztliche Aufgabe besteht darin, diese Risiken zu minimieren und bei Auftreten von Problemen angemessen zu reagieren.

Mögliche Nebenwirkungen von THC- und CBD-haltigen Cannabisprodukten

Typische Nebenwirkungen von THC-haltigen Cannabisarzneimitteln können unter anderem sein:

  • Müdigkeit, Schläfrigkeit oder Benommenheit
  • Schwindel, Blutdruckabfall insbesondere beim Aufstehen
  • Mundtrockenheit, gelegentlich Übelkeit
  • Veränderte Wahrnehmung, Unruhe oder Angstgefühle
  • Bei disponierten Personen: Risiko für psychotische Episoden

Fakten: Nicht alle Patientinnen und Patienten entwickeln Nebenwirkungen, und oft lassen sie nach, wenn die Dosis angepasst oder reduziert wird. CBD-haltige Präparate gelten im Allgemeinen als besser verträglich, können aber ebenfalls Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen. Statistisch sind schwere unerwünschte Ereignisse bei kontrollierter medizinischer Anwendung selten, werden aber von Fachstellen aufmerksam beobachtet. Einordnung: Eine offene Kommunikation zwischen Patientin oder Patient und Ärztin oder Arzt ist zentral. Unerwünschte Effekte sollten frühzeitig angesprochen werden, damit Dosis, Darreichungsform oder Therapie insgesamt überprüft werden können.

Situationen, in denen ein Cannabis Rezept kritisch zu prüfen ist

Nicht für alle Personen ist ein Cannabis Rezept gleichermassen geeignet. Vorsicht ist insbesondere geboten bei:

  • Vorgeschichte von Psychosen oder schweren psychiatrischen Erkrankungen
  • Aktiven Suchterkrankungen, insbesondere bei Substanzen mit Abhängigkeitspotenzial
  • Schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankung
  • Schwangeren und Stillenden

Fakten: In diesen Gruppen kann das Risiko unerwünschter Wirkungen erhöht sein. Studienlage und klinische Erfahrung legen nahe, dass eine sehr sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich ist. Statistisch sind diese Gruppen in vielen Studien unterrepräsentiert, weshalb Zurückhaltung gilt. Einordnung: Die Entscheidung für oder gegen ein Cannabis Rezept gehört in solchen Fällen zwingend in die Hände einer erfahrenen Fachärztin oder eines Facharztes, die oder der auch alternative Therapieoptionen umfassend prüft.

Kosten eines Cannabis Rezepts und Rolle der Krankenkassen

Ein zentrales Thema für viele Betroffene in der Schweiz sind die Kosten eines Cannabis Rezepts. Anders als bei einigen Standardmedikamenten ist die Kostenübernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) nicht in allen Fällen geregelt. Dadurch kann eine Cannabistherapie für Patientinnen und Patienten mit zusätzlichen finanziellen Belastungen verbunden sein.

Kostensituation und mögliche Beteiligung der Krankenkassen

Grundsätzlich entstehen bei einer Cannabistherapie Kosten für:

  • Ärztliche Konsultationen und Verlaufskontrollen
  • Die verordneten Cannabisarzneimittel (z. B. Tropfen, Extrakte, Blüten)
  • Allfällige zusätzliche Untersuchungen im Rahmen der Therapiekontrolle

Fakten: Die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen hängt unter anderem vom konkreten Produkt, der Indikation und der individuellen Situation ab. In manchen Fällen ist eine teilweise oder volle Kostenübernahme möglich, in anderen Fällen müssen Patientinnen und Patienten die Präparate ganz oder teilweise selbst bezahlen. Statistisch ist die Erstattungsquote für Cannabisarzneimittel im Vergleich zu etablierten Standardtherapien eher begrenzt, genaue Zahlen variieren jedoch stark nach Kasse, Vertrag und Indikation. Einordnung: Es lohnt sich, bereits vor Beginn der Therapie mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt über die geschätzten Kosten zu sprechen und bei der Krankenkasse nachzufragen, ob eine Kostengutsprache im Einzelfall möglich ist. So lassen sich finanzielle Überraschungen besser vermeiden.

Die Kostenfrage ist bei einem Cannabis Rezept in der Schweiz ein wiederkehrendes Thema. Während ärztliche Verantwortung und individuelle Dosierung im Vordergrund der medizinischen Überlegungen stehen, bleibt die finanzielle Belastung für viele Betroffene relevant. Eine frühzeitige Abklärung mit der Krankenkasse kann helfen, den Rahmen der möglichen Kostenübernahme realistisch einzuschätzen.

Wie läuft der Weg zum Cannabis Rezept in der Praxis ab?

Viele Patientinnen und Patienten fragen sich, wie sie in der Schweiz konkret zu einem Cannabis Rezept gelangen. Wichtig ist: Es gibt keinen automatisierten „Online-Kurzweg“ im Sinne eines schnellen Rezepts ohne gründliche medizinische Abklärung. Seriöse Versorgung bedeutet immer, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Situation umfassend beurteilt.

Typischer Ablauf von der ersten Anfrage bis zur Verschreibung

In der Praxis lässt sich der Weg zum Cannabis Rezept grob in folgende Schritte gliedern:

  • Medizinische Erstbeurteilung mit vollständiger Anamnese und Prüfung bisheriger Therapien
  • Abwägung, ob ein Cannabisarzneimittel als Ergänzung oder Alternative sinnvoll sein könnte
  • Aufklärung über Wirkungen, Risiken, Anwendungsformen und Kosten
  • Gemeinsame Entscheidung über einen Therapieversuch mit medizinischem Cannabis
  • Ausstellung des Rezepts und Bezug über eine dafür ausgerichtete Apotheke
  • Regelmässige Verlaufskontrollen und Anpassung von Dosis und Präparat

Fakten: Einzelne Schritte können je nach Fachgebiet, Praxisorganisation und kantonalen Besonderheiten leicht variieren. Der medizinische Kern bleibt aber gleich: sorgfältige Abklärung, klare Indikation, kontinuierliche Kontrolle. Statistisch nutzen nur ein Teil der Patientinnen und Patienten mit chronischen Beschwerden tatsächlich eine Cannabistherapie, da nicht in allen Fällen ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis sichtbar wird. Einordnung: Ein Cannabis Rezept ist deshalb kein „Standardweg“, sondern eine Option unter mehreren. Offenheit in der Arzt-Patienten-Kommunikation, realistische Erwartungen und Bereitschaft zur langfristigen Zusammenarbeit sind zentrale Erfolgsfaktoren.

Medizinisches Cannabis, Evidenzlage und Rolle von Evidena Care

Die wissenschaftliche Evidenz zu medizinischem Cannabis entwickelt sich laufend weiter. Für einige Anwendungsbereiche liegen kontrollierte Studien vor, in anderen dominiert bisher die klinische Erfahrung. Fachgesellschaften und Behörden wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beobachten die Datenlage und passen Empfehlungen und Regulierungen schrittweise an.

Evidena Care positioniert sich in diesem Umfeld als neutrale Informationsquelle. Ziel ist es, vorhandenes Wissen strukturiert aufzubereiten, die Grenzen der aktuellen Evidenz klar zu benennen und Patientinnen, Patienten sowie Fachpersonen eine sachliche Orientierung anzubieten. Ein Cannabis Rezept wird dabei stets als Teil einer umfassenden medizinischen Betreuung verstanden – nie als isolierte oder garantierte Lösung.

Fazit: Cannabis Rezept Schweiz – strukturierte Orientierung statt Schnelllösung

Ein Cannabis Rezept in der Schweiz ist für bestimmte Patientinnen und Patienten eine ernstzunehmende therapeutische Option, bleibt aber eingebettet in strenge rechtliche Vorgaben und eine sorgfältige medizinische Beurteilung. Die Cannabispflanze mit ihren Wirkstoffen THC und CBD bietet Potenzial, etwa bei chronischen Schmerzen oder spastischen Beschwerden, ersetzt aber keine fundierte Diagnose und keine umfassende Betreuung. Ärztliche Verantwortung, individuelle Dosierung, die Berücksichtigung von Risiken und Nebenwirkungen sowie die Klärung der Kostenfrage sind zentrale Bestandteile jeder Cannabistherapie.

Wer sich in der Schweiz mit einem Cannabis Rezept befasst, sollte sich bewusst sein, dass es keine garantierten Erfolge und keine standardisierten „Kurzwege“ gibt. Stattdessen geht es um realistische Erwartungen, eine offene Kommunikation mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt und die Bereitschaft, Therapieziele und -verläufe regelmässig zu überprüfen. Evidena Care kann dabei helfen, Informationen zu strukturieren und Orientierung zu geben, ersetzt aber nicht die persönliche medizinische Beratung.

Medizinische Fachperson in einer Schweizer Praxis bespricht ein Cannabis Rezept mit einem Patienten

Häufig gestellte Fragen

Wie bekomme ich ein Cannabis Rezept in der Schweiz?

In der Schweiz kann ein Cannabis Rezept nur durch eine Ärztin oder einen Arzt mit entsprechender Bewilligung ausgestellt werden. Voraussetzung ist eine gründliche medizinische Abklärung, bei der Diagnose, bisherige Therapien und deren Wirkung geprüft werden. Wenn andere Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben oder schlecht vertragen werden, kann die Ärztin oder der Arzt ein Cannabisarzneimittel als ergänzende oder alternative Option in Betracht ziehen. Es gibt keinen garantierten Anspruch auf ein Cannabis Rezept und keine seriöse Abkürzung ohne ärztliche Beurteilung.

Welche Cannabisprodukte können verschrieben werden?

Verschrieben werden in der Schweiz keine beliebigen Hanfprodukte, sondern klar definierte Cannabisarzneimittel. Dazu gehören zum Beispiel THC- und CBD-haltige Öle oder Tropfen, standardisierte Extrakte, Kapseln sowie unter bestimmten Voraussetzungen getrocknete Cannabisblüten für die Inhalation mittels Vaporisator. Die genaue Zusammensetzung (z. B. THC- und CBD-Gehalt) und Darreichungsform hängt von der Diagnose, der gewünschten Wirkung und der individuellen Verträglichkeit ab und wird von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt festgelegt.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Cannabis Rezept?

Die Kostenübernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) ist bei Cannabisarzneimitteln nicht automatisch gewährleistet. Ob und in welchem Umfang die Krankenkasse die Kosten trägt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Indikation, dem konkret verordneten Produkt und den Vereinbarungen mit der Krankenkasse. In manchen Fällen ist eine volle oder teilweise Kostenerstattung möglich, in anderen Fällen müssen Patientinnen und Patienten die Präparate selbst bezahlen. Es empfiehlt sich, vor Therapiebeginn eine Kostengutsprache zu klären.

Ist medizinisches Cannabis in der Schweiz legal?

Ja, medizinisches Cannabis ist in der Schweiz unter bestimmten Bedingungen legal. THC-haltige Cannabisprodukte gelten als Betäubungsmittel und dürfen nur bei klarer medizinischer Indikation und auf ärztliches Rezept hin eingesetzt werden. Herstellung, Verschreibung und Abgabe unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben. Der nicht-medizinische Konsum wird dadurch nicht legalisiert. CBD-haltige Produkte sind rechtlich anders geregelt, können je nach Produkt aber ebenfalls spezifischen Vorschriften unterliegen.

Kann ich ein Cannabis Rezept online ohne Arztbesuch erhalten?

Ein seriöses Cannabis Rezept ohne ärztliche Abklärung ist in der Schweiz nicht möglich. Auch wenn telemedizinische Angebote Teile der Konsultation digital abbilden können, bleibt eine qualifizierte ärztliche Beurteilung zwingend. Ärztinnen und Ärzte müssen Diagnose, Vorerkrankungen, aktuelle Medikamente und mögliche Risiken kennen, bevor sie ein Cannabisarzneimittel verschreiben. Angebote, die ein „schnelles Rezept“ ohne fundierte Anamnese versprechen, sind mit Vorsicht zu betrachten.

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