Cannabis und seine Rolle in Kunst und Kultur: Eine facettenreiche Betrachtung
Die Verbindung von Cannabis mit Kunst und Kultur hat eine lange und vielschichtige Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. In der heutigen Gesellschaft hat sich Cannabis durch seine kulturelle Symbolkraft und seine inspirierenden Eigenschaften in den Zentren der Kunstwelt etabliert. Aber wie genau manifestiert sich diese Verbindung? Und welche Rolle spielt Cannabis in der modernen Kunst- und Kulturszene? Dieser Beitrag beleuchtet historische Wurzeln, kreative Praxis, wissenschaftliche Erkenntnisse und moderne Formen des künstlerischen Ausdrucks rund um Cannabis – von der Malerei bis zur Glasbläserkunst, von der Musik bis zu Mode und Lifestyle.
Einleitung: Die kulturelle Einordnung von Cannabis
Cannabis ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil vieler Kulturen. Seine religiöse und spirituelle Bedeutung ist in verschiedenen Gesellschaften gut dokumentiert, und seine Eigenschaften als kreatives Werkzeug werden von Künstler:innen weltweit geschätzt. Auf welchen historischen und modernen Wegen Cannabis und Kunst sich gegenseitig beeinflusst haben, wird klarer, wenn man ihre Entwicklung verfolgt.
Über die rein psychoaktive Dimension hinaus ist Cannabis auch ein materieller und symbolischer Rohstoff: als Nutzpflanze, als Motiv in der Bildsprache und als identitätsstiftendes Zeichen in Subkulturen. Gerade im 20. und 21. Jahrhundert hat sich das Bild von Cannabis stark gewandelt – von der marginalisierten Substanz hin zu einem vielschichtigen kulturellen Phänomen, das in Musik, Film, Literatur, Design und digitalen Räumen präsent ist.
In der Schweiz wird Cannabis zudem zunehmend differenziert betrachtet: Einerseits als potenzielles Arzneimittel im medizinischen Kontext, andererseits als Gegenstand gesellschaftlicher Debatten rund um Regulierung, Jugend- und Gesundheitsschutz. Diese Entwicklungen prägen auch die künstlerische Auseinandersetzung – etwa in Form von Theaterstücken, Ausstellungen oder dokumentarischen Projekten, die Konsum, Regulierung und Biografien von Betroffenen beleuchten.
Wer Cannabis in Kunst und Kultur verstehen will, muss deshalb drei Ebenen zusammendenken: die historische Nutzung als Faser- und Heilpflanze, die moderne Rolle als bewusstseinsverändernde Substanz sowie die symbolische Funktion in Pop- und Gegenkultur. Erst aus dieser Gesamtschau wird sichtbar, weshalb Cannabis in der kreativen Szene eine so persistente Rolle spielt und immer wieder neue Formen des Ausdrucks hervorbringt.
Cannabis in der Kunstgeschichte
Cannabis in der Antike und im Mittelalter
Bereits in der Antike und während des Mittelalters fand Cannabis seinen Platz in diversen Kulturen. Historische Beschreibungen aus China und Indien deuten darauf hin, dass Hanf zur Herstellung von Malmaterialien und als medizinisches Hilfsmittel verwendet wurde. In der europäischen Kunst des Mittelalters diente Hanf vor allem als Rohstoff für Leinwände und Papier.
In Indien wurde Bhang – ein mit Cannabis versetztes Getränk – in bestimmten religiösen und rituellen Kontexten konsumiert, was sich indirekt auch in bildlichen Darstellungen von Gottheiten und Festen widerspiegelte. In China galt Hanf als wichtige Nutzpflanze, deren Fasern für Textilien, Seile und frühe Papierformen genutzt wurden. Auf diesen Materialien entstanden Kalligraphien, Holzschnitte und Malereien, die bis heute als kulturelles Erbe gelten. Obwohl Cannabis in dieser Phase weniger als eigenständiges künstlerisches Motiv auftrat, war es als Trägermaterial essenzieller Bestandteil der Kunstproduktion.
Im europäischen Mittelalter blieben direkte Verweise auf Cannabis in der Ikonographie eher selten, da religiöse und moralische Normen die Darstellung von Rauschmitteln allgemein begrenzten. Dennoch ist historisch gut belegt, dass Hanf als agrarischer Rohstoff weit verbreitet war. Leinwände aus Hanffasern bildeten die Basis zahlreicher Gemälde, und hanfbasierte Papiere dienten als Untergrund für Handschriften, Miniaturen und später für Druckgrafiken. Somit prägte Cannabis die materielle Infrastruktur der Kunst, ohne im Vordergrund der Bildinhalte zu stehen.
Renaissance und Moderne
Die Renaissance markierte eine Phase, in der Cannabis langsam in den Fokus der Künstler geriet. Schriftsteller und Künstler entdeckten die bewusstseinsverändernden Eigenschaften. Im Paris des 19. Jahrhunderts bildete sich der „Club des Hashischins“, der von Dichtern und Künstlern zu kreativen Zwecken genutzt wurde.
Zu den Mitgliedern dieses Zirkels zählten unter anderem Charles Baudelaire, Théophile Gautier und andere Intellektuelle, die mit Haschisch bewusst experimentierten, um veränderte Wahrnehmungszustände zu erforschen. Die Erfahrungen spiegelten sich in literarischen Texten, Gedichten und Essays wider, in denen Traum, Ekstase, Entgrenzung und auch Ambivalenz des Konsums thematisiert wurden. Parallel dazu begannen Künstler, Rausch und Bewusstseinserweiterung im Bild festzuhalten – zunächst oft allgemein, später auch mit spezifischen Anspielungen auf Cannabis.
Im 20. Jahrhundert nahmen avantgardistische Bewegungen wie Surrealismus und Dadaismus die Idee der Irritation und Verschiebung der Wahrnehmung auf. Salvador Dalí zum Beispiel, der häufig in Verbindung mit psychoaktiven Erfahrungen genannt wird, schuf Werke, die das Unbewusste, Träume und verzerrte Realitäten betonen. Auch wenn nicht jede künstlerische Innovation direkt auf Cannabis zurückzuführen ist, war der Stoff Teil eines grösseren Spektrums von Mitteln, mit denen Kreative an Wahrnehmungsgrenzen arbeiteten.
Später, in den 1960er- und 1970er-Jahren, wurde Cannabis zu einem sichtbaren Symbol der Gegenkultur. In der Pop Art, in psychedelischen Postern, auf Plattencovern und in Underground-Comics tauchten Hanfblätter, Rauchwolken und Anspielungen auf kiffende Figuren auf. Die Grenzen zwischen Konsum, Lebensstil und künstlerischem Statement verschwammen. Cannabis stand nun nicht mehr nur für individuelle Bewusstseinserweiterung, sondern auch für politische Haltungen – etwa gegen den Vietnamkrieg, für Bürgerrechte oder für eine liberalere Drogenpolitik.
Cannabis als kreativer Katalysator
Malerei, Literatur und Musik
Die kulturelle und kreative Wirkung von Cannabis hat viele Künstler inspiriert, darunter berühmte Namen wie Salvador Dalí und Charles Baudelaire. Während Maler wie Dalí durch verzerrte Realitäten und surrealistische Szenen beeindruckten, nutzen Schriftsteller wie Baudelaire die kreativen Impulse von Cannabis, um neue narrative Formen zu erforschen. In der Musikszene des 20. Jahrhunderts fand Cannabis in Genres wie Jazz, Reggae und Hip-Hop seine Bedeutung als Inspirationsquelle für Künstler wie Louis Armstrong und Bob Marley.
Im Jazz beschrieben Musiker wie Louis Armstrong Cannabis als Hilfsmittel, um den Fluss der Improvisation zu unterstützen und in einen fokussierten, aber gleichzeitig entspannten Zustand zu kommen. Im Reggae ist Cannabis eng mit religiösen und spirituellen Elementen des Rastafarianismus verknüpft; Bob Marley und andere Künstler nutzten es als Symbol für Widerstand, Verbundenheit und Meditation. Im Hip-Hop wiederum wurde Cannabis zu einem festen Bestandteil der Lyrik und Ästhetik, insbesondere in Szenen, in denen Konsum mit sozialer Realität, marginalisierten Lebenswelten und Selbstbestimmung verknüpft ist.
In der Literatur reicht das Spektrum von romantisierenden Beschreibungen bis hin zu kritischen Reflexionen über Abhängigkeit, Leistungsdruck und Kreativitätsmythen. Einige Autor:innen berichten von erleichtertem Zugang zu Ideen, Bildern und Assoziationen, andere betonen die Gefahr, dass der kreative Prozess durch zu starken Konsum verlangsamt oder verflacht wird. Entscheidend ist dabei die Individualität der Reaktion: Was für die eine Person als inspirierend erlebt wird, kann bei einer anderen zu Blockaden führen.
Wichtig ist die Einordnung: Cannabis kann kreative Prozesse begleiten, ersetzt aber weder Talent noch handwerkliche Übung. Viele bedeutende Werke der Kunstgeschichte sind ohne jede psychoaktive Unterstützung entstanden. Umgekehrt gibt es Künstler:innen, die Cannabis bewusst nur in bestimmten Arbeitsphasen nutzen – etwa in frühen Ideensammlungen oder beim Skizzieren – und spätere Schritte wie Ausarbeitung und Feinschliff nüchtern ausführen. Die Rolle von Cannabis als „kreativer Katalysator“ ist daher weniger ein allgemeines Rezept als vielmehr eine individuelle Strategie einzelner Kreativer.
Wissenschaftliche Perspektiven: Cannabis und Kreativität
Studien legen nahe, dass Cannabis kurzzeitig das assoziative Denken verstärken kann, was es Künstlern ermöglicht, ungewöhnliche Verbindungen zu ziehen (Jones et al., 2009). Doch der Effekt ist dosisabhängig: Während leichte Dosen förderlich sind, können höhere Dosen zu kognitiven Einschränkungen führen. Die individuellen Erfahrungen, die Künstler mit Cannabis gemacht haben, deuten darauf hin, dass es sich um ein subtile wirkendes Werkzeug zur Förderung der Kreativität handelt.
Unter assoziativem Denken versteht man die Fähigkeit, entfernte oder auf den ersten Blick unzusammenhängende Inhalte miteinander zu verknüpfen. Dieses Denken spielt bei Metaphern, Bildideen, Improvisation oder innovativen Problemlösungen eine zentrale Rolle. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Cannabinoide bestimmte neuronale Netzwerke so beeinflussen, dass diese Art des Denkens subjektiv erleichtert wird. Gleichzeitig zeigen andere Studien, dass Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und komplexe Planungsleistungen unter höherer Dosis eher nachlassen können.
Für die künstlerische Praxis bedeutet dies: Wer Cannabis nutzt, um kreativ zu arbeiten, bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen potenzieller Erleichterung von Ideenfindung und möglichen Einbussen in Strukturierung, Detailgenauigkeit und Ausdauer. Zudem spielen individuelle Faktoren wie Vorerfahrungen, psychische Verfassung und Umfeld eine grosse Rolle dabei, wie Cannabis erlebt wird. Wissenschaftlich lässt sich daher kein pauschales Urteil fällen, ob Cannabis Kreativität „steigert“ oder „senkt“ – die Wirkung ist situativ und personenspezifisch.
Aus kulturwissenschaftlicher Sicht ist ebenso relevant, dass der Glaube an die kreativitätsfördernde Wirkung von Cannabis selbst zu einem starken Narrativ geworden ist. Dieses Narrativ kann Künstler:innen dazu motivieren, mit dem Stoff zu experimentieren, was wiederum ihre Biografien und künstlerischen Themen beeinflusst. Der Diskurs über Cannabis und Kreativität ist somit selbst Teil der Kultur und nicht nur eine Frage neurobiologischer Mechanismen.
Die visuelle Ausdruckskraft: Cannabis in der Glasbläserkunst
Die moderne Glasbläserkunst begann sich in den 1970er Jahren zu entwickeln, als amerikanische Künstler Glas als Formnut machte, um Kultur und Kunst zu vereinen. Heute sind diese Kunstwerke als Sammlerobjekte mit hohem Wert geachtet.
Aus einfachen, funktionalen Rauchutensilien sind im Lauf der Zeit komplexe Skulpturen entstanden, die farbige Elemente, abstrakte Formen, Figuren und Symbole integrieren. Kunstvolle Glasbongs, Pfeifen und Dab Rigs werden in Galerien ausgestellt, in spezialisierten Shops präsentiert und auf Messen gezeigt. Einige Glasbläser:innen verstehen sich explizit als Kunstschaffende, deren Werke auch ohne praktischen Gebrauchswert funktionieren, andere verbinden bewusst Funktion und Ästhetik. Die Grenze zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunstobjekt ist dabei fliessend.
Technisch erfordert die Herstellung solcher Stücke hohes handwerkliches Können: Glas wird bei hohen Temperaturen geformt, gedehnt, geschichtet und eingefärbt. Motive reichen von naturinspirierten Designs über geometrische Muster bis hin zu popkulturellen Referenzen. Cannabis ist meist auf zwei Ebenen präsent – als Verwendungszweck des Objekts und als ikonographisches Element, etwa in Form von stilisierten Blättern oder Anspielungen auf Rauch und Dampf.
In jüngerer Zeit haben digitale Plattformen und soziale Medien die Sichtbarkeit dieser Kunstform stark erhöht. Sammler:innen, Kunstschaffende und Interessierte tauschen sich über neue Techniken, Kooperationen und limitierte Serien aus. Damit ist ein internationales Netzwerk entstanden, in dem Glasbläserkunst rund um Cannabis ästhetisch, wirtschaftlich und sozial verankert ist. Zugleich wird auch diskutiert, wie diese Werke in rechtliche Rahmenbedingungen eingebettet werden können, insbesondere in Ländern mit restriktiven Cannabisgesetzen.
Cannabis als Symbol in Mode und Lifestyle
Cannabis ist nicht mehr auf den künstlerischen Bereich beschränkt. In der heutigen Popkultur und Mode tritt das Hanfblatt als Symbol von Freiheit, Kreativität und Rebellion in vielen Formen von Streetwear bis zu Designobjekten auf.
In der Streetwear taucht das charakteristische Blatt auf T-Shirts, Caps, Hoodies und Sneakers auf. Je nach Kontext kann es jugendliche Provokation, Zugehörigkeit zu bestimmten Szenen oder eine humorvolle Brechung gesellschaftlicher Normen ausdrücken. Designer:innen greifen das Motiv sowohl plakativ als auch subtil auf – etwa als kleines Emblem, als Muster im Futterstoff oder als abstrahierte Grafik, die nur Eingeweihte erkennen. Im Interior-Design finden sich Lampen, Poster, Skulpturen oder Textilien mit Cannabis-Bezug, die Wohnräume oder Ateliers visuell prägen.
Parallel erlebt Hanf als nachhaltiges Material eine Renaissance. Textilien aus Hanffasern gelten als robust und ressourcenschonend im Vergleich zu gewissen anderen Fasern. Dadurch erhält Cannabis im Lifestyle-Bereich eine zusätzliche, ökologische Bedeutung, die über die psychoaktive Dimension hinausgeht. Kleidungsstücke, Taschen oder Accessoires aus Hanf können für Konsument:innen ein Statement für Umweltbewusstsein und bewussten Konsum sein.
Auch in der digitalen Kultur – etwa auf Social Media, in Memes oder als Emotes auf Streaming-Plattformen – fungiert das Hanfblatt als schnell erkennbares Symbol. Es steht je nach Kontext für Entspannung, Humor, Nonkonformismus oder eine bestimmte musikalische und künstlerische Szene. Wichtig ist, dass diese Symbolik je nach Land, Generation und rechtlichem Rahmen unterschiedlich gelesen werden kann: Was in einem Umfeld als Ausdruck von Freiheit verstanden wird, kann in einem anderen als Verstoss gegen Normen empfunden werden.
Cannabis-Therapie
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Allgemeine Fragen
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Cannabis, Subkultur und digitale Medien
Die Verbindung von Cannabis mit Subkulturen hat sich mit der Verbreitung digitaler Medien stark verändert. Was früher vor allem in lokalen Szenen – etwa in bestimmten Musikclubs, Ateliers oder informellen Treffpunkten – stattfand, wird heute über soziale Netzwerke, Streaming-Plattformen und Online-Communities sichtbar. Künstler:innen teilen Arbeitsprozesse, Ateliersituationen und Bühnenauftritte, in denen Cannabis manchmal explizit, manchmal subtil präsent ist.
In der visuellen Kultur sozialer Medien werden typische Codes verwendet: Rauchwolken, grünliche Farbtöne, das Blatt als Icon, aber auch humorvolle Darstellungen, die mit Klischees spielen. Diese Bildsprache verbindet Nutzer:innen weltweit und schafft eine Art „visuellen Wortschatz“ rund um Cannabis. Gleichzeitig entstehen neue Formate, in denen Kunst und Konsum verschmelzen – etwa Live-Streams von Zeichen- oder Musik-Sessions, bei denen bewusst über den Umgang mit Cannabis gesprochen wird.
Auch im Bereich der digitalen Kunst, etwa bei Illustrationen, Animationen oder virtuellen Skulpturen, sind cannabisbezogene Motive zu finden. Kreative nutzen die Möglichkeiten von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR), um veränderte Wahrnehmungszustände künstlerisch darzustellen – unabhängig davon, ob tatsächlich konsumiert wird. Die digitale Ebene erweitert somit das Spektrum, in dem Cannabis als kulturelles Motiv untersucht, reflektiert und gestaltet wird.
Ausblick: Die Zukunft von Cannabis in Kunst und Kultur
Die ästhetische und kulturelle Bedeutung von Cannabis ist fest in unserer Gesellschaft verankert. Während es als Freizeitdroge vielfach diskutiert wird, ist es nicht abzustreiten, dass die kreative und kulturelle Dimension von Cannabis weiterhin viele Künstler inspiriert und Kunstwerke hervorbringt, die weit über den Konsum hinausgehen.
Mit zunehmenden Legalisierungs- oder Liberalisierungsbestrebungen in verschiedenen Ländern dürften sich neue Räume für künstlerische Auseinandersetzungen eröffnen. Museen, Festivals und Kulturinstitutionen könnten vermehrt Ausstellungen, Diskussionsreihen oder Projekte initiieren, die Cannabis nicht nur als Substanz, sondern als gesellschaftliches Phänomen beleuchten – mit Bezügen zu Medizin, Recht, Ökologie, Geschichte und Alltagskultur. Für Kunstschaffende entstehen damit zusätzliche Plattformen, um Erfahrungen, Kritik und Visionen sichtbar zu machen.
Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, differenziert über Risiken, Schutzfaktoren und verantwortungsvollen Umgang zu sprechen. Gerade im Kontakt mit jungen Menschen ist es wichtig, romantisierende Darstellungen zu hinterfragen und Raum für reflektierte Perspektiven zu bieten. Kunst kann hierbei ein wertvolles Medium sein: Sie ermöglicht es, Ambivalenzen auszudrücken, Grenzerfahrungen darzustellen und individuelle Perspektiven zu teilen, ohne normativ sein zu müssen.
Für die Schweiz ist besonders interessant, wie sich medizinische Nutzung, Pilotprojekte zum regulierten Verkauf und künstlerische Reflexion gegenseitig beeinflussen. Dokumentarfilme, Fotoprojekte und literarische Texte, die etwa Patient:innen, Forschende oder Kulturschaffende begleiten, können zur gesellschaftlichen Verständigung beitragen. Cannabis bleibt damit auch künftig ein Thema, das weit über die Frage des Konsums hinausreicht und Kunst sowie Kultur in vielfältiger Weise prägt.
Fazit: Der untrennbare Einfluss von Cannabis auf Kunst und Kultur
Es ist unbestreitbar, dass Cannabis eine bedeutende Rolle in der kulturellen Geschichte gespielt hat und weiterhin spielt. Seine Fähigkeit, kreative Prozesse zu beeinflussen, seine Verwendung im religiösen Kontext und seine Ästhetik in der modernen Kunstwelt verdeutlichen die breite Wirkung, die Cannabis auf Kunst und Kultur hat. In Zeiten der digitalen Transformation bleibt Cannabis ein wesentlicher Teil der künstlerischen Innovations- und Kulturszene.
Von der antiken Faserpflanze über das Material für Leinwände und Papier bis hin zum Symbol der Gegenkultur und Inspirationsquelle für Musik, Literatur, Bildende Kunst, Glasbläserkunst und Mode: Cannabis durchzieht die Kulturgeschichte wie ein roter Faden. Die Pflanze wirkt dabei nicht nur als Substanz, sondern auch als Projektionsfläche für Hoffnungen, Ängste, Freiheitsvorstellungen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse.
Für Kunstschaffende wird Cannabis vermutlich auch in Zukunft ein Thema bleiben – sei es als Motiv, als Anlass zur Reflexion oder als Bestandteil individueller Arbeitsweisen. Entscheidend ist, dass die Diskussion darüber offen, sachlich und vielschichtig geführt wird. So kann sichtbar werden, wie eng verflochten ästhetische, gesellschaftliche und gesundheitliche Fragen sind, wenn es um Cannabis in Kunst und Kultur geht.
Häufig gestellte Fragen
Beeinflusst Cannabis jede Person gleich stark in ihrer Kreativität?
Nein. Die Wirkung von Cannabis auf Kreativität ist individuell sehr unterschiedlich. Einige Kunstschaffende berichten, dass sich ihr assoziatives Denken und ihre Spontanität kurzfristig verstärken, andere erleben Konzentrationsschwierigkeiten oder fühlen sich gebremst. Faktoren wie Dosis, Konsumform, Vorerfahrungen, psychische Verfassung und das Arbeitsumfeld spielen eine zentrale Rolle. Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich deshalb kein allgemeiner Kreativitaetseffekt ableiten, sondern eher ein breites Spektrum möglicher Reaktionen.
Welche Rolle spielt Cannabis in der Geschichte der Kunstmaterialien?
Historisch war Hanf vor allem als Nutzpflanze wichtig: Seine Fasern dienten zur Herstellung von Leinwänden, Papieren, Seilen und Textilien. Viele mittelalterliche und fruehneuzeitliche Kunstwerke wurden auf hanfhaltigen Untergruenden geschaffen, ohne dass Cannabis selbst als Motiv im Mittelpunkt stand. Damit prägte die Pflanze die materielle Grundlage der Kunstproduktion, lange bevor ihre psychoaktiven Eigenschaften in kuenstlerischen Zirkeln vermehrt diskutiert wurden.
Warum ist das Hanfblatt so präsent in Mode und Lifestyle?
Das Hanfblatt ist ein starkes, leicht erkennbares Symbol, das je nach Kontext Rebellion, Freiheit, Gelassenheit, Subkultur oder einfach Zugehörigkeit zu einer bestimmten Szene ausdrücken kann. In der Streetwear, im Grafikdesign und in digitalen Medien wird es genutzt, um Haltung zu zeigen, mit Klischees zu spielen oder einen humorvollen Bezug zu schaffen. Gleichzeitig wird Hanf als Material wegen seiner Robustheit und ökologischen Aspekte wiederentdeckt, was der Pflanze im Lifestyle-Bereich zusätzliche Bedeutung verleiht.
Wie unterscheidet sich der kulturelle Konsum von Cannabis von der medizinischen Nutzung?
Beim kulturellen oder freizeitbezogenen Konsum stehen meist Erlebnis, Gemeinschaft, Entspannung oder kreative Exploration im Vordergrund. Die medizinische Nutzung zielt dagegen auf die Behandlung konkreter Beschwerden, erfolgt unter ärztlicher Begleitung und innerhalb klar definierter rechtlicher Rahmenbedingungen. Dosierung, Produktwahl und Risikoabwägung unterscheiden sich entsprechend deutlich. In der künstlerischen Auseinandersetzung werden beide Ebenen thematisiert, sollten aber begrifflich klar getrennt werden.
Quellen
- T-EHLE: Cannabis und Kunst – von Gemälden zu modernen Glasbongs – Überblick zur historischen Entwicklung und zur modernen Glasbläserkunst.
- BuyHigh: Cannabis und Kunst – Darstellung künstlerischer Einflüsse von Cannabis in verschiedenen Sparten.
- Hash Marihuana & Hemp Museum: Cannabis und Kultur – Kulturhistorische Einordnung von Cannabis in Religion, Kunst und Gesellschaft.