Zum Hauptinhalt springen
evidena care

Cannabis Rezept Schweiz: Grundlagen zu medizinischem Cannabis, Curing und Qualität

12 Min. Lesezeit
Professionell getrocknete und gecurte medizinische Cannabisblüten in Glasgefässen in einer kontrollierten Umgebung

Ein Cannabis Rezept in der Schweiz ist für Patientinnen und Patienten oft der erste Schritt, um Zugang zu medizinischem Cannabis zu erhalten. Gleichzeitig spielt die Qualität der Cannabispflanze und insbesondere der sogenannte Curing-Prozess eine zentrale Rolle dafür, wie zuverlässig und reproduzierbar Cannabisarzneimittel wirken. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie der rechtliche Rahmen in der Schweiz aussieht, welche Formen von medizinischem Cannabis in Frage kommen, wie der Weg zum Rezept funktioniert und weshalb das fachgerechte Trocknen und Curing der Blüten für Wirksamkeit, Aroma und Verträglichkeit entscheidend ist.

Cannabis Rezept Schweiz: Überblick für Patientinnen und Patienten

In der Schweiz darf medizinisches Cannabis mit einem ärztlichen Rezept verordnet werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Seit der Gesetzesanpassung im Jahr 2022 können Ärztinnen und Ärzte Cannabisarzneimittel direkt zu therapeutischen Zwecken verschreiben, ohne dass für jede einzelne Behandlung eine Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) notwendig ist. Dennoch bleibt Cannabis mit einem höheren THC-Gehalt rezeptpflichtig und unterliegt strengen Vorgaben.

Ein Cannabis Rezept Schweiz kommt in der Regel dann in Betracht, wenn etablierte Therapien nicht ausreichend wirksam waren oder unerwünschte Nebenwirkungen aufgetreten sind. Die Entscheidung für eine Behandlung mit medizinischem Cannabis ist immer individuell und liegt in der Verantwortung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes. Patientinnen und Patienten sollten sich bewusst sein, dass es sich um eine medizinische Therapieform handelt, nicht um eine freizeitorientierte Nutzung von Hanf oder Marihuana.

Ärztinnen und Ärzte prüfen vor einer Verordnung von medizinischem Cannabis die Krankengeschichte, bestehende Medikamente, mögliche Wechselwirkungen sowie Risiken wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine psychische Vorerkrankung. Die Dosierung wird schrittweise aufgebaut, um eine möglichst gute Wirkung bei gleichzeitig möglichst geringen Nebenwirkungen zu erreichen.

Was ist medizinisches Cannabis? Begriffe einfach erklärt

Der Begriff medizinisches Cannabis bezeichnet die Verwendung der Cannabispflanze und ihrer Wirkstoffe zu therapeutischen Zwecken. Dabei wird nicht die Pflanze als solche verordnet, sondern ein Cannabisarzneimittel, das definierte Gehalte an THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) enthält. THC ist vor allem für psychoaktive Wirkungen verantwortlich, während CBD nicht berauschend wirkt und andere pharmakologische Effekte hat.

In der Alltagssprache werden verschiedene Ausdrücke verwendet: Hanf bezeichnet allgemein die Pflanzengattung Cannabis. Marihuana meint meist die getrockneten, harzreichen Blüten der Cannabispflanze. Cannabisprodukte in der Medizin sind zum Beispiel standardisierte Blüten, Extrakte, Öle oder Kapseln, deren Zusammensetzung und Qualität kontrolliert sind. Diese Produkte unterscheiden sich deutlich von nicht standardisierten Angeboten des Freizeitmarktes.

Rechtliche Einordnung von Cannabis in der Schweiz

Piktogramm Waage zur Darstellung rechtlicher Aspekte zu Cannabis

In der Schweiz ist der Umgang mit Cannabis rechtlich klar geregelt. Produkte mit einem THC-Gehalt von 1 Prozent oder mehr gelten grundsätzlich als Betäubungsmittel und unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz. Für solche Cannabisarzneimittel ist ein ärztliches Rezept zwingend notwendig. Produkte mit einem THC-Gehalt unter 1 Prozent, zum Beispiel viele CBD-Produkte, fallen je nach Zusammensetzung in andere Kategorien (zum Beispiel Nahrungsergänzung oder Kosmetik) und sind in der Regel nicht rezeptpflichtig, dürfen aber auch keine medizinischen Heilaussagen machen.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies: Ein Cannabis Rezept Schweiz bezieht sich immer auf ein THC-haltiges Cannabisarzneimittel, das über eine Apotheke bezogen wird. Die rechtliche Verantwortung für die Verordnung liegt bei der Ärztin oder dem Arzt, während die Apotheke für die korrekte Abgabe und Beratung zuständig ist. Eigenanbau oder der Bezug von nicht kontrollierten Marihuana-Produkten ist für medizinische Zwecke rechtlich nicht mit einer regulären Therapie gleichzusetzen und kann rechtliche Konsequenzen haben.

Wie erhält man ein Cannabis Rezept in der Schweiz?

Infografik zum Ablauf eines Cannabis Rezepts in der Schweiz mit den wichtigsten Schritten von Beratung bis Abgabe

Der Weg zu einem Cannabis Rezept Schweiz beginnt immer mit einer ärztlichen Konsultation. Diese kann je nach Praxisstruktur vor Ort oder telemedizinisch erfolgen. Im Gespräch werden Beschwerden, bisherige Behandlungen und Erwartungen an eine mögliche Cannabistherapie besprochen. Medizinisches Cannabis ist in der Regel keine Erstlinientherapie, sondern wird eingesetzt, wenn Standardoptionen nicht ausreichend geholfen haben.

Wenn die Ärztin oder der Arzt eine Therapie mit einem Cannabisarzneimittel als sinnvoll einschätzt, wird ein passendes Präparat ausgewählt. Dies kann zum Beispiel ein standardisierter Cannabisextrakt, ein Öl oder – unter bestimmten Voraussetzungen – eine getrocknete Blüte sein. Danach stellt die Ärztin oder der Arzt ein Betäubungsmittelrezept aus, mit dem die Patientin oder der Patient das Cannabisprodukt in einer Apotheke beziehen kann. Anpassungen in Dosierung oder Form der Darreichung erfolgen im Verlauf, je nach Wirkung und Verträglichkeit.

Ein Cannabis Rezept ist zeitlich begrenzt gültig. Für eine längerfristige Cannabistherapie sind regelmässige Verlaufskontrollen wichtig, damit Wirkung, Nebenwirkungen, allfällige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und die allgemeine Lebenssituation sorgfältig beurteilt werden können. Ärztliche Verantwortung und individuelle Dosierung stehen dabei immer im Vordergrund.

Arten von Cannabisprodukten und Darreichungsformen

Für eine Therapie mit medizinischem Cannabis stehen verschiedene Cannabisprodukte zur Verfügung, die sich in Zusammensetzung, THC- und CBD-Gehalt und Darreichungsform unterscheiden. Häufig verwendete Formen sind:

  • Standardisierte Cannabisextrakte (zum Beispiel ölige Lösungen mit definiertem THC- und CBD-Gehalt)
  • Medizinische Cannabisblüten (standardisierte, getrocknete und gecurte Blüten bestimmter Sorten)
  • Orale Lösungen oder Öle mit Cannabinoiden
  • Kapseln mit Cannabisextrakten
  • Selten: andere Darreichungsformen, je nach Verfügbarkeit und medizinischer Indikation

Diese Auflistung zeigt, dass medizinisches Cannabis nicht auf eine einzige Darreichungsform beschränkt ist. In der Praxis werden Cannabisextrakte und Öle häufig bevorzugt, weil sie sich gut dosieren lassen und eine gleichbleibende Zusammensetzung aufweisen. Medizinische Blüten können in bestimmten Situationen ebenfalls eingesetzt werden, wobei hier Aspekte wie Inhalationstechnik, Curing-Qualität und die Sorte der Cannabispflanze eine wichtige Rolle spielen. Der Entscheid für eine konkrete Form trifft die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten, immer im Hinblick auf Wirksamkeit, Handhabung im Alltag und individuelle Risiken.

Inhalation vs. orale Einnahme

Infografik zu inhalativer und oraler Einnahme von medizinischem Cannabis mit Vergleich der Unterschiede

Bei der Anwendung von medizinischem Cannabis wird zwischen inhalativer und oraler Einnahme unterschieden. Inhalation (zum Beispiel über einen Verdampfer) führt meist zu einem schnelleren Wirkungseintritt, während die Wirkung kürzer anhalten kann. Orale Formen wie Öle oder Kapseln wirken verzögert, dafür oft länger. Beide Wege haben Vor- und Nachteile, die im ärztlichen Gespräch besprochen werden. Unabhängig von der Form gilt: Die Dosierung muss immer individuell angepasst und langsam gesteigert werden, um die niedrigste Dosis zu finden, die eine ausreichende Linderung der Beschwerden ermöglicht.

Einleitung in die Grundlagen der Cannabis-„Curing“-Prozesse

Die Praxis des „Curings“ von Cannabis ist ein entscheidender Schritt, um die Qualität der Blüten zu maximieren. Der Prozess zielt darauf ab, die Terpene und Cannabinoide zu optimieren, die für das Aroma, die Wirkung und den Geschmack der Pflanze ausschlaggebend sind. Diese Übersicht bietet einen detaillierten Blick auf die fundamentalen Aspekte des Curings, um die bestmöglichen Resultate zu erzielen.

Für den medizinischen Einsatz von Cannabis in der Schweiz ist ein kontrolliertes Curing besonders wichtig. Nur so können standardisierte Cannabisblüten entstehen, deren Gehalt an THC, CBD und weiteren Inhaltsstoffen zuverlässig bestimmt werden kann. Auch wenn Patientinnen und Patienten den Curing-Prozess selbst meist nicht durchführen, hilft ein grundlegendes Verständnis, die Unterschiede in der Qualität von Cannabisprodukten besser einzuordnen.

Der Wert des Curings: Warum Curing entscheidend ist

Bevor wir ins Detail gehen, ist es wichtig zu verstehen, warum das Curing für Cannabis so entscheidend ist. Beim Curing wird der bei der Trocknung begonnene Prozess der Feuchtigkeitsentfernung aus den Blüten verlangsamt und optimiert und die chemische Stabilität der aktiven Komponenten gefördert. Dieser langsame trocknende Prozess verhindert die Bildung von Schimmel und Pilzen und bewahrt die wertvollen Terpene.

Für Cannabisarzneimittel bedeutet ein gutes Curing: stabilere Wirkstoffgehalte, besseres Aroma und oft eine angenehmere Anwendung, weil das Produkt weniger scharf oder kratzend wahrgenommen wird. In der medizinischen Nutzung kann dies dazu beitragen, dass inhalativ angewendete Blüten besser verträglich sind. Zudem ist die Feuchtigkeitskontrolle wichtig, um das Risiko von Verunreinigungen zu reduzieren.

Wissenschaftliche Grundlagen des Curings

Während der Curing-Phase werden Chlorophyll und andere Pflanzenbestandteile abgebaut, wodurch sich das Aroma verbessert und der Rauch geschmeidiger wird. Ein korrektes Curing lässt die Cannabinoide reifen und stabilisiert die Terpene – essentielle Öle, die für den charakteristischen Duft und Geschmack verantwortlich sind.

Auf molekularer Ebene laufen während des Curings verschiedene langsame Prozesse ab. Restfeuchtigkeit verteilt sich gleichmässiger in der Blüte, bestimmte Pflanzenstoffe oxidieren oder werden enzymatisch abgebaut. Diese Vorgänge führen dazu, dass sich das Zusammenspiel der Wirkstoffe in der Cannabispflanze verändert und oft als „runder“ oder ausgewogener erlebt wird. Für eine medizinische Behandlung ist vor allem wichtig, dass diese Prozesse unter kontrollierten Bedingungen erfolgen, damit das Endprodukt den Spezifikationen entspricht.

Die besten Methoden zum Trocknen vor dem Curing

Das Trocknen ist der erste Schritt des Curing-Prozesses. Es gibt mehrere Methoden, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Die Wahl der Methode hängt von den spezifischen Umweltbedingungen und der geplanten Curing-Methode ab.

In professionellen Produktionsumgebungen, wie sie auch für medizinische Cannabisprodukte verwendet werden, erfolgt das Trocknen in kontrollierten Räumen mit definierter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation. Ziel ist eine gleichmässige Reduktion der Feuchtigkeit, ohne die empfindlichen Terpene unnötig zu verlieren. Ein zu schnelles Trocknen kann das Aroma beeinträchtigen, während ein zu langsamer Prozess das Risiko für Schimmel erhöht. Daher sind strukturierte Abläufe und Messsysteme entscheidend.

Hangtrocknung vs. Siebtrocknung

Es lassen sich zwei zentrale Trocknungsmethoden unterscheiden:

  • Hangtrocknung: Diese traditionelle Methode wird häufig genutzt und gilt als eine der einfachsten. Ganze Pflanzen oder grosse Äste werden in einem kontrollierten Raum kopfüber aufgehängt.
  • Siebtrocknung: Eine schnellere Methode, bei der einzelne Knospen auf einem Trockensieb ausgelegt werden, um die Luftzirkulation zu maximieren.

In der Praxis kombinieren viele Anbaubetriebe Elemente beider Methoden, um eine möglichst homogene Trocknung zu erreichen. Die Hangtrocknung eignet sich gut, um grössere Pflanzenteile langsam und schonend zu trocknen. Die Siebtrocknung bietet Vorteile, wenn viele einzelne Blüten gleichmässig belüftet werden sollen. Für die Qualität der späteren Cannabisarzneimittel ist weniger die konkrete Methode entscheidend als vielmehr die Tatsache, dass Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Dauer gezielt gesteuert werden. Studien und Erfahrungsberichte aus der Praxis zeigen, dass Blüten, die gleichmässig und ausreichend langsam getrocknet werden, im anschliessenden Curing-Prozess stabilere Terpenprofile und eine bessere Gesamtqualität aufweisen.

Fotografische Darstellung von Hanfanbau und Trocknungsschritt in einer professionellen Umgebung in der Schweiz

Ein demonstrierter Darrprozess von Cannabisblüten für gleichmässige Trocknung.

Essentielle Bedingungen für das Curing

Die Kontrolle der Umgebung während des Curings ist entscheidend für den Erfolg. Ideale Bedingungen in Bezug auf Temperatur und Feuchtigkeit müssen konstant aufrechterhalten werden.

Umweltfaktoren im Blick

Infografik zur optimalen Luftfeuchtigkeit und Temperatur beim Curing von Cannabisblüten

Ein gut kontrolliertes Umfeld ist für das Curing entscheidend. Die Temperatur sollte zwischen 15 und 21 Grad Celsius liegen, und die relative Luftfeuchtigkeit sollte 58–62% betragen, um die Entwicklung von Schimmel zu verhindern und die Aromen zu bewahren.

Diese Werte sind das Ergebnis praktischer Erfahrungen und entsprechen einem Bereich, in dem die Feuchtigkeit in den Blüten langsam, aber stetig ausgeglichen wird. Sensoren zur Messung der Luftfeuchtigkeit und Temperatur helfen dabei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Wird es zu warm oder zu trocken, können Terpene schneller verdampfen und die Blüten zu spröde werden. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, steigt das Risiko für mikrobielles Wachstum. Für medizinische Cannabisprodukte gelten deshalb strenge Qualitätsstandards, bei denen solche Umweltparameter dokumentiert und überwacht werden.

Der Weg zum erfolgreichen Curing

Sobald die Blüten getrocknet sind, beginnt der eigentliche Curing-Prozess, der mehrere Wochen bis Monate dauern kann. Hier sind die Schritte zum erfolgreichen Curing:

  1. Vorbereitung der Container: Versiegelte Glasgefässe sind optimal. Diese bieten die nötige Luftdichtheit, um ihre Wirksamkeit zu erhalten.
  2. Feuchtigkeitskontrolle: Hygropacks können innerhalb der Gefässe platziert werden, um die richtige Feuchtigkeit zu gewährleisten.
  3. Regelmässiges „Bürsten“: Während der ersten Woche sollte der Behälter täglich geöffnet werden, um frische Luft eintreten zu lassen, was als „Böschen“ bezeichnet wird.

In den folgenden Wochen wird das Öffnen der Gefässe schrittweise reduziert, da sich das Innenklima im Glas stabilisiert. Die Blüten geben langsam Restfeuchtigkeit ab, die sich gleichmässig verteilt. Dieser Prozess führt zu einer Feinanpassung der Wasseraktivität im Pflanzenmaterial und trägt dazu bei, dass Terpene und Cannabinoide in einem stabilen Gleichgewicht vorliegen. In der professionellen Herstellung für Cannabisarzneimittel können zusätzlich Laboranalysen zum Einsatz kommen, um sicherzustellen, dass die Wirkstoffgehalte und die mikrobiologische Qualität den Anforderungen entsprechen. So entsteht ein Endprodukt, das für die medizinische Verwendung geeignet ist.

Anwendung und Dosierung von Cannabisarzneimitteln

Die Anwendung von medizinischem Cannabis erfolgt immer nach ärztlicher Anweisung. Neben der Wahl der Darreichungsform ist die Dosierung entscheidend. Grundsätzlich gilt: Start low, go slow – also mit einer niedrigen Dosis beginnen und diese langsam steigern. So kann die individuell verträgliche Dosis gefunden werden, bei der eine Verbesserung der Beschwerden spürbar ist, ohne dass unerwünschte Wirkungen zu stark auftreten.

Wichtige Aspekte bei der Dosierung sind Körpergewicht, Stoffwechsel, Vorerkrankungen und begleitende Medikamente. THC-haltige Cannabisprodukte können je nach Dosis Schwindel, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen auslösen. Ärztinnen und Ärzte weisen daher oft darauf hin, anfangs auf das Führen von Fahrzeugen zu verzichten, bis klar ist, wie man auf das Cannabisarzneimittel reagiert. CBD-reiche Präparate haben ein anderes Nebenwirkungsprofil, können aber ebenfalls Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.

Kosten und Kostenübernahme in der Schweiz

Die Kostenfrage spielt bei einem Cannabis Rezept Schweiz eine wichtige Rolle. Medizinisches Cannabis kann im Vergleich zu vielen Standardtherapien teuer sein, insbesondere bei längerer Anwendung. Ob und in welchem Umfang eine Krankenversicherung die Kosten übernimmt, hängt von der konkreten Situation, der Indikation und der jeweiligen Versicherung ab. Klare, allgemeingültige Regeln gibt es derzeit nur eingeschränkt.

In vielen Fällen wird die Kostenübernahme im Einzelfall geprüft. Ärztinnen und Ärzte können medizinische Begründungen liefern, weshalb ein Cannabisarzneimittel sinnvoll ist, insbesondere wenn andere Behandlungen nicht ausreichend gewirkt haben. Patientinnen und Patienten sollten sich frühzeitig bei ihrer Krankenversicherung informieren, welche Unterlagen für eine mögliche Kostenübernahme benötigt werden und ob besondere Bedingungen gelten. Unabhängig von der Kostenfrage bleibt die ärztliche Verantwortung bestehen, nur dann ein Cannabis Rezept auszustellen, wenn der erwartete Nutzen die Risiken überwiegt.

Evidena als Orientierungshilfe zu medizinischem Cannabis

Evidena versteht sich als neutrale Informations- und Vergleichsplattform, die Patientinnen und Patienten sowie Fachpersonen im komplexen Themenfeld medizinisches Cannabis unterstützt. Anstatt einzelne Cannabisprodukte zu bewerben, stellt Evidena strukturierte Informationen, aktuelle rechtliche Einordnungen und Hintergrundwissen bereit. Dazu gehört auch die Einordnung, wie Produktionsschritte wie Trocknen und Curing die Qualität von Cannabisarzneimitteln beeinflussen können.

Fazit: Verbindung von rechtlichem Zugang und Produktqualität

Das Curing ist ein wesentliches Verfahren, um Cannabis auf eine Weise zu verfeinern, die seine Aromen und seine psychoaktive Wirkung maximiert. Wie beim Reifen eines edlen Weines verbessert auch das langsame und sorgfältige Curing die Qualität der Blüten, bis sie ihr volles Potenzial entfalten. Vorerst mag es Geduld erfordern, doch die verbesserte Qualität der Endprodukte macht die Mühe mehr als wett.

Für Patientinnen und Patienten in der Schweiz ist vor allem wichtig zu verstehen, dass ein Cannabis Rezept Schweiz nicht nur den rechtlichen Zugang zu einem Cannabisarzneimittel ermöglicht, sondern immer auch an die Qualität des Produkts gebunden ist. Professionelle Trocknungs- und Curing-Prozesse tragen dazu bei, dass medizinische Cannabisblüten definierte Wirkstoffgehalte, ein stabiles Terpenprofil und eine kontrollierte mikrobiologische Qualität aufweisen. In Kombination mit einer sorgfältigen ärztlichen Indikationsstellung und einer individuell angepassten Dosierung entsteht so eine Therapieoption, die für ausgewählte Patientengruppen sinnvoll sein kann, ohne unrealistische Erwartungen zu wecken.

Für weiterführende Informationen zur Verwendung von medizinischem Cannabis siehe Cannabis-Therapie.

Häufig gestellte Fragen

Benötige ich in der Schweiz immer ein Rezept für medizinisches Cannabis?

Für THC-haltige Cannabisarzneimittel mit einem THC-Gehalt von 1 Prozent oder mehr ist in der Schweiz ein ärztliches Betäubungsmittelrezept notwendig. Produkte mit weniger als 1 Prozent THC können je nach Zusammensetzung frei erhältlich sein, gelten aber rechtlich nicht automatisch als Arzneimittel. Für eine gezielte medizinische Behandlung mit definierten THC- und CBD-Gehalten ist ein Rezept durch eine Ärztin oder einen Arzt erforderlich.

Wer entscheidet, ob medizinisches Cannabis für mich geeignet ist?

Die Entscheidung für eine Therapie mit medizinischem Cannabis trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Dabei werden Ihre Beschwerden, frühere Therapieversuche, Begleiterkrankungen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten berücksichtigt. Medizinisches Cannabis wird in der Regel erst eingesetzt, wenn etablierte Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben oder zu starke Nebenwirkungen verursacht haben.

Spielt das Curing der Blüten für mich als Patientin oder Patient eine Rolle?

Den Curing-Prozess führen in der Regel Anbaubetriebe und Hersteller durch, nicht Patientinnen und Patienten. Dennoch ist er indirekt wichtig, weil er die Qualität der Blüten beeinflusst. Sorgfältig getrocknete und gecurte Cannabisblüten weisen stabilere Wirkstoffgehalte und ein konsistenteres Terpenprofil auf, was für die medizinische Anwendung von Vorteil ist. Für Sie als Patientin oder Patient bedeutet dies, dass ein qualitativ hochwertiges Produkt wahrscheinlicher ist, wenn Trocknung und Curing professionell durchgeführt wurden.

Werden die Kosten für ein Cannabisarzneimittel von der Krankenkasse übernommen?

Die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung ist in der Schweiz nicht einheitlich geregelt und hängt vom individuellen Fall, der Diagnose und der jeweiligen Versicherung ab. Oft ist eine Einzelfallprüfung nötig, bei der die Ärztin oder der Arzt begründet, weshalb ein Cannabisarzneimittel medizinisch sinnvoll ist. Es lohnt sich, frühzeitig bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, welche Unterlagen benötigt werden und ob eine vorgängige Kostengutsprache erforderlich ist.

Zurück zum Blog
curing-prozess luftfeuchte-curing hangtrocknung-methode cannabisblüten-qualitaet

Interesse an Cannabis-Therapie?

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit unseren spezialisierten Ärzten.

Jetzt Termin buchen